PCOS ist eine sehr häufig auftretende hormonelle Störung bei Frauen. Doch nicht jedes PCO-Syndrom ist gleich. Es gibt in der Tat verschiedene PCOS Typen bzw. Arten von PCOS. Zu wissen, welcher PCOS Typ zu bist, hilft Dir die richtigen Schritte in Richtung Heilung zu gehen.

In der Schulmedizin gibt es nur eine Art des Syndroms, da die Kriterien bei PCOS bei allen gleich sind – ganz egal, welcher Typ. Dementsprechend gibt es hier die gleichen (wenn auch ineffektiven) Lösungsansätze: Hormontherapie, Pille oder Metformin.

Die Behandlungkonzepte der Schulmedizin greifen das Problem allerdings nicht an der Wurzel; sie unterdrücken lediglich die Symptome. Wird aber genauer hingeschaut, kann man erkennen, dass es unterschiedliche Arten von PCOS gibt und dementsprechend kann es unterschiedliche Hauptursachen geben, die es gilt zu adressieren. Natürlich nur wenn man überhaupt zu einer natürlichen Behandlung gewillt ist. 

 

Unterschiedliche PCOS Typen bedeuten unterschiedliche Maßnahmen

 

Damit Du nicht unnötig Deine Zeit für irgendwelche Maßnahmen verschwendest, sondern gezielt an Deiner „Heilung“ arbeiten kannst, stelle ich Dir heute die 4 verschiedenen PCOS Typen vor, wie sie von der Heilpraktikerin Lara Briden* vorgeschlagen werden.

 

Deine Symptome können Aufschluss über
Deinen PCOS Typ geben

 

Nicht alle Frauen mit PCOS sind übergewichtig oder leiden an Akne und Hirsutismus. Sie leiden an unterschiedlichen Symptomen und daher kann die Diagnose PCOS oft sehr verwirrend sein.

Ich zum Beispiel habe mich eine ganze Zeit nur auf meine Ernährung konzentriert und versucht Zucker zu reduzieren, da PCOS immer in Verbindung mit Insulinresistenz gebracht wird. Auch wenn ich gar keine Insulinresistenz habe. Für mich waren andere Dinge viel ausschlaggebender. Das soll allerings nicht bedeuten, dass Zucker nicht bei jedem eine Rolle spielt. Das tut es meistens! 

 

Die 4 PCOS Typen

Die 4 verschiedenen PCOS Typen

 

  1. PCOS mit Insulinresistenz

Die Mehrzahl der Frauen mit PCOS soll gleichzeitig eine Insulinresistenz vorweisen. Man schätzt, dass bis zu 70% der PCOS-Patientinnen zu diesem PCOS Typen zugeordnet werden kann. Daher sollte der Arzt nach der Diagnose vom Polyzystischen Ovarialsyndrom immer einen Insulintest anordnen! Tut er dies nicht, dann frage ihn danach und lasse Dir eine Überweisung zum Endokrinologen geben. Oft kommt es bei einer Insulinresistenz zu einer Gewichtszunahme bzw. sind ist das Risiko von Übergewicht erhöht. Doch auch normalgewichtige Frauen können einen Insulinresistenz aufweisen. Daher sollte das Gewicht kein Ausschlusskriterium sein.

Hast Du PCOS und eine Insulinresistenz, dann ist dies vermutlich die Hauptursache für Deine erhöhten männlichen Hormone. Insulin kann das Signal an die Eierstöcke sein, vemehrt männliche Hormone auszuschütten. Frauen mit Insulinresistenz profitieren enorm von einer Ernährungsumstellung und der Reduktion von Zucker.  Insulin wird nämlich immer dann ausgeschüttet, wenn wir eine zuckerhalitge Mahlzeit zu uns nehmen. Andere Ursachen sollten aber nicht ausgeschlossen werden. Auch hier spielt Stress eine große Rolle. Es ist nachgewiesen, dass Frauen mit PCOS in der Regel mehr vom Stresshormon Cortisol ausschütten. Stress stört den Körper auf noch viel mehr Ebenen als nur den Eierstöcken.

Was kannst Du machen: Lies hier, wie Du bei PCOS essen solltest. Für Dich ist es nocht wichter, als für die anderen PCOS Typen Zucker zu reduzieren. Ich meine hier jedoch nicht „no-carb“, wie es gerade Trend ist. Frauen benötigen etwas Kohlenhydrate, damit die Schildrüse und Reproduktion rundlaufen. Lies in meinem ArtikelWarum Frauen Kohlenhydrate brauchenmehr darüber. Natürliche Mittel, die Deinen Blutzuckerspiegel unterstützen sind Inositol, Magnesium und Berberin (die pflanzliche Form zu Metformin). Bitte sei Dir bewusst, dass es bis zu 9 Monate dauern kann, bis Dein Körper sich erholt hat.

 

  1. PCOS durch Pille verursacht

Die Wahrscheinlichkeit, dass Du diese Form vom PCO-Syndrom hast, ist sehr groß, wenn Du vor der Einnahme der Pille eine regelmäßige Periode hattest. Meist ist es ganz normal, dass nach dem Absetzen der Antibaby-Pille nicht sofort die Periode einsetzt – gerade dann, wenn wir sie für einen langen Zeitraum genommen haben. Der Körper braucht eine gewisse Zeit, um sich an die neue Hormonsituation zu gewöhnen. Dein Körper hat eine ganze Zeit keine eigenen Hormone produziert, da die Pille ihm das abgenommen hat. Da kann er schon mal überrascht und überfordert sein. Nichtsdestotrotz kann trotzdem PCOS diagnostiziert werden, da auch die männlichen Hormone nach der Pilleneinnahme erhöht sein können (es kann auf die Pille ankommen). Dies passiert wahrscheinlich durch einen erhöhten LH-Wert. Aus diesem Grund braucht es nach dem Absetzen der Pille einfach etwas Geduld.

Was kannst Du machen: Wenn nach drei bis vier Monaten nach Absetzen der Pille noch keine Periode eingesetzt hat, kann man versuchen mit pflanzlichen Mitteln nachzuhelfen. Wenn Dein LH-Wert erhöht ist bzw. Dein LH-FSH-Verhältnis, dann können Dir Süßholzwurzel & weiße Pfingstrose (z.B. als Tee gemischt) helfen. Sie sind in der Traditionellen Chinesischen Medizin bekannt und können männliche Hormone sowie LH-Werte senken.  Wenn Dein Prolaktinwert erhöht ist, kannst Du Vitex (zu Deutsch Mönchspfeffer) ausprobieren. Das wird allerdings nicht empfohlen, wenn dein LH-Wert erhöht ist, da Mönchspfeffer diesen weiter ansteigen lassen und somit Symptome verschlimmern könnte. Generell gilt, dass solche Kräuter nicht zur Langzeiteinnahme herangezogen werden sollten. Nimm sie nicht länger als ein Jahr. Wenn Du das richtige Heilkraut für Dich gefunden hast, sollte sich Deine Periode nach 3-4 Monaten einstellen.

Die verschiedenen PCOS Typen

 

  1. PCOS durch chronische Entzündungsprozesse

Mit Entzündungsprozessen ist nicht unbedingt eine offene Wunde gemeint. Es meint häufig eine chronische Aktivierung des Immunsystems durch verschiedene Faktoren, die wir nicht sehen können. Dies kann durch Stress passieren, aber auch durch Umweltgifte, wie Pestizide und Plastik. Aber auch ein ungesundes Darmsystem (Stichwort: Leaky gut!) sowie das Zuführen von entzündungsfördernden Lebensmittel, wie Fertigprodukten, Zucker, Gluten und Milchprodukten stören den Körper und lassen das Immunsystem auf Hochtouren arbeiten.

Warum sind chronische Entzündungsprozesse und eine Aktivierung des Immunysystems ein Problem? Diese Prozesse können Hormonrezeptoren stören, einen Eisprung verhindern und sogar die Nebennieren anregen vermehrt männliche Hormone zu produzieren (siehe Typ 4). Ich selbst ordne mich diesem PCOS Typ zu. 

Du kannst erkennen, dass unter unterschwelligen Entzündungen leidest, wenn du zusätzlich zu PCOS noch ein oder mehrere der folgenden Symptome/Befunde aufweist:

  • ständig wiederkommende Infekte
  • Hautproblemen (Rosazea, Ekzeme)
  • Verdaungsbeschwerden (Durchfall, Verstopfung, Blähungen, IBS)
  • Kopfschmerzen
  • Gelenkschmerzen
  • erhöhte Entzündungswerte im Blut
  • Vitamin D Mangel
  • Schildrüsen-Antikörper (Hashimoto Thyreoiditis)
  • Lebensmittelunverträglichkeiten

Was kannst Du machen: Für Dich ist es ganz wichtig Deine Ernährung nach Lebensmitteln zu untersuchen, die Dein Körper nicht verträgt. Häufige Übeltäter sind Weizen/Gluten und Milchprodukte. Diese sollten aus dem Speiseplan genommen werden. Um sicher zu gehen, kannst Du einen Nahrungsmittel-Reaktionstest machen. Mehr zu diesem Thema liest Du in diesem Artikel von mir. Dies ist auch meist der erste Schritt zu Darmheilung, die besonders wichtig ist. Heile Deinen Darm! Zink und Magnesium können anti-entzündlich im Körper wirken. Außerdem sollten Umweltgift aus Kosmetika (Hier findest Du meine naturreinen Lieblinge) und Lebensmitteln vermieden werden. 

 

4. Nebennieren-induziertes PCOS

Hast Du Dich in den oben genannten PCOS Typen gar nicht wiedergefunden, dann könntest Du zu den weinigen Frauen gehören, die das Nebennieren-induzierte PCOS haben. Wenn DHEA-S das einizige männliche Hormone ist, welches bei Dir erhöht ist, dann hast Du vermutlich diese Art von PCOS. 

Normalerweise ist Testosteron oder andere Androgene beim PCO-Syndrom erhöht. Es kann auch durchaus sein, dass Testosteron, Androstendion und DHEA-S erhöht sind. Dann zählst Du (laut Lara Briden) nicht zu diesem Typ. Leidglich, wenn alleing DHEA-S erhöht ist, aber alle andere Androgen im Normbereich liegen, dann hast Du Nebennieren-induziertes PCOS. 

Während die anderen Androgene von den Ovarien (und auch den Nebennieren) produziert werden, wird DHEA-S zu 100% in den Nebennieren hergestellt. PCOS wird in diesem Typ durch die Nebennieren ausgelöst. Die Nebennieren sind besonders an unserer Stressreaktion beteiligt. Sie produzieren ebenfalls unser Stresshormon Cortisol sowie Adrenalin. Werden die Nebennieren bei Stress angeregt, kann so auch DHEA-S ausgeschüttet werden. Dies ist ebenfalls bei mir der Fall. 

Was kannst Du tun: Stressreduktion ist hier das Schlüsselwort. Mehr noch als die anderen PCOS-Arten profitierst Du durch Meditation und Yoga. Natürlich sind auch andere Stressmanagement Tools ratsam und effektiv. B Vitamine helfen dem Körper bei Stress standhaft zu bleiben. Auch Magnesium wird bei Stress vermehrt ausgeschieden. Süßholzwurzel kann die Produktion von DHEA-S reduzieren und Adaptogene (z.B. Reishi) helfen dem Körper mit Stress umzugehen. 

Natürlich lassen sich unsere Hormone nicht in Schubladen packen und eine Überschneidung der verschiedenen Typen ist sehr wahrscheinlich. So liegt vermutlich eine Art von chronischer Entzündung in allen Formen vor und kann zu Insulinresistenz oder anderen hormonellen Störungen, wie Schilddrüsenunterfunktion führen. 

Wurdest Du auch mit PCOS diagnostiziert? Hattest Du Einblick in Deinen Laborbericht? Welche Schritte hast Du bisher unternommen, um zu Heilen? Schreib es mir in die Kommentare.

 

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5 comments on “Natürliche Behandlung der 4 PCOS Typen | Ursachenbehandlung”

  1. Hallo Julia! Was bin ich froh, dass ich deinen Blog entdeckt habe!!! Man darf einfach nicht aufgeben 😉 Bei mir wurde vor gut 1 1/2 Jahren PCO festgestellt… Leider hatte ich bis dahin mehrere Arztbesuche und auch 2 Krankenhausaufenthalte. Die Symptome waren bei mir so heftig, dass ich nicht einmal mehr Autofahren konnte… auch Straßenbahnfahren ging nicht. Mein Kopf konnte die Bewegungen nicht verarbeiten. Kürzester Zeit wurde ich Kurzsichtig (Brille steht mir zum Glück sehr gut), ich habe 10 Kilos binnen 3 Monaten zugenommen (was leider nicht runter geht), Haut und Haare sind super schön, dafür hatte ich extreme Schlafprobleme und Panikanfälle. Nach ewigem Suchen und Bücherlesen hab ich mir die Diagnose selbst gegeben und dann wusste ich, dass ich zum Frauenarzt musste. Termin vereinbart und alle Tests gemacht und leider ein Volltreffer. Ich bekam ein Jahr lang Progesteron in dp Dosis. Es ging mir wirklich viel besser (abgesehen davon, dass mein Bindegewebe und der Darm sowie meine Haut sehr unter den Tabletten zu leiden hatte), so muss ich echt sagen, dass mir diese Tabletten wahrlich mir mein Leben ein Stückweit zurückgegeben haben. Vor zwei Monaten hatte mich mein Frauenarzt auf eine Testosteronsenkende Pille umgestellt und BOOM… wieder dasselbe… kein Autofahren möglich und noch schlechtere Sicht aus meinen Äugleins. Zudem konnte ich mich gar nicht mehr auf Gespräche konzentrieren. Jetzt habe ich den Entschluss gefasst mein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Ich weiß, dass ich es schaffen kann um wieder ganz gesund zu werden. Ich weiß, dass ich meine wunderschöne Figur wieder bekommen kann und auch den Schrecken loswerden kann, der diese Krankheit mit bringt. Es wäre schön, wenn wir uns über ein Coaching unterhalten könnten. Schreib mir bitte. Vielen Dank für deine Geschichte und dass du sie mit uns teilst!!! Susanne

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