Fruktose in Obst

Fruktose oder Fruchtzucker ist in letzter Zeit ganz schön in Verruf geraten. Mich erreichen ständig Fragen zur Fruktose und inwiefern diese schädlich für uns sei. Viele sind verunsichert, denn -wie der Name schon sagt- steckt Fruktose in jedem Obst und sogar Gemüse.

Nun wurden in den letzten Monaten Stimmen laut, dass es besonders die Fruktose sei, die so schädlich für den menschlichen Körper ist. Sie sorge mehr denn Glukose für Diabetes und sei Ursache einer Fettleber.

Aus Angst vor der „gefährlichen“ Fruktose, achten mehr Menschen auf den Konsum dieser. Wir Frauen vermutlich mehr, als die Männer. Denn Fruktose, als „der Gefährlichste aller Zucker“, kann uns dick machen sowie krank. Die Angst ist mittlerweile so groß, dass eine kleine Welle losgetreten worden ist, welche nun auch Früchte als gefährlich ansieht. Schließlich steckt Fruktose ja besonders dort drin.

Doch müssen wir wirklich auf Obst verzichten bzw. unseren Fruchtkonsum drastisch reduzieren? Ist Obst aufgrund des dort enthaltenen Fruchtzuckers nicht mehr gut für uns?

 

Was ist Fruktose?

Fruktose oder Fruchtzucker gehört zu den Kohlenhydraten und genau wie Glukose zu den Einfachzuckern. Reine Fruktose ist süßer als reine Glukose. Aus diesem Grund wird hochkonzentrierter Fruchtzucker gern von den Herstellern in Lebensmitteln verwendet. Also meist in Fertigprodukten.

 

Worin ist Fruchtzucker enthalten?

Fruchtzucker

Fruktose kommt ganz natürlich in Obst und Gemüse vor. Dabei variiert die Konzentration von Fruktose von Frucht zu Frucht oder Gemüse zu Gemüse.

In Säften finden wir meist mehr Fruchtzucker. Hier wurden so gut wie alle Ballaststoffe des Obstes rausgefiltert. Wir verzehren so z.B. gleich den Fruchtzucker mehrerer Orangen mit nur einem Glas Orangensaft.

Trockenfrüchte enthalten weitaus mehr Fruchtzucker, als die gewöhnliche Frucht. Auch Honig, Agavensirup oder Kokosblütenzucker enthalten viel Fruktose. Agvensirup besteht z.B. aus fast 90% Fruchtzucker. Honig und Kokosblütenzucken enthalten weniger.

Normaler Haushaltszucker besteht zu 50% aus Fruchtzucker. Die andere Hälfte macht Glukose aus.

In vielen Fertigprodukten kommt der sogenannte „High Fructose Corn Sirup“ zum Einsatz. Das ist der Fruktose-Glukose-Sirup, denn ich oben schon erwähnt habe. Dieser enthält Fruktose in hochkonzentrierter Form, kann aber variieren. Hier findest du mindestens 55% Fruktose, bis hin zu sogar 90%. Je mehr, desto höher die Süßkraft.

Zaehle keine Kalorien

Was ist das Problem mit Fruktose?

Um das verständlich zu machen, möchte ich kurz erst auf Glukose eingehen. Glukose gelangt über den Dünndarm sehr schnell in unseren Blutkreislauf. Mit Hilfe von Insulin, was von der Bauchspeicheldrüse produziert wird, wird Glukose zur Leber transportiert. Dort wird ein Teil des Zuckers gespeichert. Der restliche Teil reist weiter zu unseren Körperzellen, als Energielieferant.

Fruktose hingegen gelangt nicht so schnell vom Dünndarm  in unseren Blutkreislauf, da diese von unserem Körper nicht unbedingt gebraucht wird. Fruktose wird nicht mit Hilfe von Insulin verstoffwechselt, sondern kann lediglich nur über die Leber verarbeitet werden.

 

Die Probleme mit Fruchtzucker

Das sorgt für mehrere Probleme. Fruktose lungert etwas länger in unserm Darmsystem herum. Der Dünndarm ist mit hohen Konzentrationen an Fruchtzucker schnell überfordert, da er es nicht so schnell an den Blutkreislauf abgeben kann. Ein Teil der Fruktose gelangt so weiter in unseren Dickdarm.

 

Fruktose ist schlecht für unseren Darm und die Bakterien, die dort leben

Im Dickdarm sitzen Milliarden von Bakterien, die unserm Körper beim Verdauen helfen (um das mal knapp auszudrücken. Eigentlich sind sie noch viel wichtiger für uns!). Gelangt Zucker in unseren Darm, stellt das ein Gaumenschmaus für –besonders die schlechten- Bakterien dar. Die schlechten Bakterien vermehren sich sehr rasch und produzieren gleichzeitig noch Gase und Säuren, die wir als Bauchweh oder Blähungen wahrnehmen können. Nicht nur das, unser Darmmilieu wird aus der Balance gebracht und kann Folgen haben, da die guten Bakterien keine Grundlage zum Leben haben. Die „bösen“ Bakterien nehmen überhand und schädigen unseren Darm und somit unsere Gesundheit. (Ich kann Dir hier das Buch von Tim Spector „Mythos Diät“* empfehlen, wenn Du tiefer einsteigen möchtest)

 

Fruktose kann die Darmwand durchlässig für Giftsstoffe machen

Außerdem kann zu viel Fruktose zu einem „Leaky Gut“ führen. Entzündungsprozesse, verursacht durch zu viel Zucker, im Dünndarm machen dessen Membran durchlässig. Dadurch gelangen Giftstoffe bzw. Substanzen in den Blutkreislauf, die dort einfach nicht hingehören. Das kann richtig üble Folgen haben, wie ich Dir aus persönlicher Erfahrung sagen kann. An einer anderen Stelle aber mehr dazu…

 

Fruchtzucker überlastet unsere Leber 

Da Fruktose nur über die Leber verarbeitet werden kann, muss diese auch auf Hochtouren laufen. Unsere Leber ist -neben den Nieren- Reinigungsorgan Nummer Eins. Belasten wir diese mit zu viel Zucker bzw. Fruktose, dann kommt sie irgendwann nicht mehr hinterher. Sie kann einfach nicht so viel leisten. Erstens neigt sie dazu Fruktose in Fett umzuwandeln (Hallo Fettleber!) und zweitens nehmen wir ihr damit die kostbare Zeit, andere Giftstoffe zu verstoffwechseln und auszuscheiden. Alles, was die Leber nicht schafft, dreht also eine Extrarunde in unserem Blutkreislauf. Das kann z.B. zur schlechter Haut/Akne führen. Denn irgendwo müssen Giftstoffe ja schließlich raus. Unsere Haut ist unser größtes Organ, und darüber können wir auch Giftstoffe ausscheiden.

 Iss mehr Fruechte

Julia, soll ich denn nun noch Obst essen?

Es ist wichtig zu erkennen, dass der Konsum von ganzen Früchten etwas komplett anderes ist, als dieser Fruktose-Sirup, von welchen wir hier gesprochen haben. Früchte sind keine kleinen Taschen, die mit hochkonzentrierten Fruchtzuckerwasser gefüllt sind. Ja, sie enthalten Fruchtzucker. Doch enthalten sie noch so viel mehr. Wasser zum Beispiel. Oder Ballaststoffe. Oder Vitamine. Es fällt meist doch sehr schwer sich an Obst zu überessen. Und man müsste nun wirklich sehr viel Obst essen, um eine große Menge an Fruktose zu sich zu nehmen.

Nun sei aber auch gesagt, dass jeder Körper anders ist und dementsprechend anders reagieren kann. Doch im Gegensatz zu Süßigkeiten, stellt Obst nur eine sehr kleine Quelle an Fruchtzucker dar. Trotzdem sollte Deine tägliche Portion Vitamine durch mehr Gemüse als Obst gedeckt werden. Das bedeutet aber nicht, dass Du jetzt krampfhaft Deine Portionen Obst zählen sollst. An manchen Tagen wirst Du Lust auf mehr und an anderen auf weniger Obst haben. Das ist okay. Verbiete Dir nichts und höre auf Deinen Körper. Er wird Dir schon ziemlich genau sagen, was Du brauchst.

Ich hoffe dieser Artikel hat Dir geholfen, etwas von der Angst vor Obst zu verlieren. Bist Du Dir aber  immer noch unsicher und weißt nicht, wie Du herausfinden sollst, was Dein Körper braucht und was ihm gut tut? Es gibt so viele widersprüchliche Diäten und Aussagen dort draußen. Gemeinsam finden wir heraus, was für Dich und Deinen Körper passend ist. Buche noch heute ein kostenfreies Erstgespräch mit mir, als Dein persönlicher Health Coach.

2 comments on “Wie schädlich ist der Fruchtzucker in Obst?”

  1. Hi Julia,
    das mit der Fructose ist ein Thema, das mir so inzwischen auch häufig begegnet. Bedenklich ist ja vor allem der reine, konzentrierte Fruchtzucker. Ganzes, frisches Obst zu essen ist absolut unbedenklich. Bei bestimmten Trockenfrüchten denke ich, ist das wieder nicht ganz so pauschal zu sagen aber auf frisches Obst sollte man nie verzcihten. Weder aus Gewichts- noch aus Angst vor Fruchtzucker-Gründen. 😉
    Viele Grüße
    Jahn

    • Lieber Jahn,

      da hast Du vollkommen Recht. Ich denke allerdings, dass man bei Trockenfrüchten aufpassen sollte. Hier findet sich Fruchtzucker in sehr konzentrierter Form. Trotzdem verwende ich lieber Datteln als Süßungsmittel, anstatt Sirup oder Haushaltszucker, da noch ein paar Nährstoffe enthalten sind. Frisches Obst -und da stimme ich Dir voll zu- geht in Maßen immer 😉

      Liebe Grüße

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