Vorwort: Dieser Artikel basiert auf persönlicher Erfahrung und intensiven Recherchieren von diversen Studien und dem Stöbern auf Webseiten von Funktionellen Doktoren und Heilpraktikern. Ich habe die folgenden Erkenntnisse in meinem eigenen Körper erleben „dürfen“. Ich habe eine lange Zeit -im Rahmen von einer Paleo, „Primal“ und Darmsanierungsernährung- auf Kohlenhydrate verzichtet bzw. diese reduziert. Gleichzeitig habe ich weiterhin sehr viel trainiert.

Leider musste ich feststellen, dass ich nach nur wenigen Wochen unter einer unerklärbaren Muskelschwäche litt. Ich konnte im Training nicht mehr so viel leisten, meine Regenerationsphasen waren extrem lang und selbst Yoga fühlte sich wie eine Zumutung an. Dazu stellte ich fest, dass mein Körper mehr Fett einlagerte. Dabei sollten diese Ernährungsformen genau das Gegenteil bewirken. Mehr Energie und weniger Körperfett. So wie ich aß und mich bewegte, hätte meine Körper einem Fitnessmodel gleichen müssen. Tat er aber nicht. Das alles war frustrierend. Heute weiß ich, dass ich meinem Körper geschadet habe und möchte dies mit Dir teilen.

Kohlenhydrate machen schlank und fruchtbar

Kohlenhydrate sind der Feind, oder?

Kohlenhydrate sind in den letzten Jahren ziemlich in Verruf geraten. Sie seien schuld an Übergewicht, diversen Krankheiten und auch bei hormonellen Störungen, wie PCOS, spielen sie eine große Rolle.

Ernährungsweisen wie Paleo oder die ketogene Ernährung haben mit diesem Trend an Popularität gewonnen.

 

Auch ich bin auf diesen Low Carb-Zug aufgesprungen

Die Bücher und Studien, die ich dazu las, klangen logisch und einleuchtend. Doch habe ich mittlerweile meine Lektion gelernt. Ziemlich bitter sogar, wie du oben lesen konntest.

 

Ich wollte meine Hormone regulieren und Nahrungsmittelunverträglichkeiten bekämpfen

Das Weglassen von Kohlenhydraten hat an bestimmten Punkten im Leben seine Relevanz. Im Rahmen einer Darmsanierung ist eine Kohlenhydratreduktion vom großen Vorteil (sogar ein MUSS), da sich schlechte Bakterien, Hefepilze und Parasiten meistens von Zucker ernähren. Um diese „auszuhungern“ müssen wir diesen ihre Nahrungsquelle entziehen.

Doch es wird auch Menschen geben, die allgemein und auf Dauer mit einer Reduktion von Kohlenhydraten sehr gut leben können, wenn nicht sogar besser, als mit „zu vielen“. Doch dürfen wir nicht verallgemeinern. Es gibt genügend Menschen unter uns, die unbedingt Kohlenhydrate brauchen, um zu florieren. Die Menge mag allerdings unterschiedlich sein!

Frauen brauchen Kohlenhydrate

Ich habe einen Fehler begangen und habe weiterhin viel trainiert

Ich habe ein Darmsanierungsprogramm gemacht, um meine Hormone damit zu regulieren, meine Haut zu verschönern und eventuell auch, um etwas Fett zu verlieren. Aus diesem Grund trainierte ich während des Programms weiterhin sehr viel.

 

Männer können eher auf Kohlenhydrate verzichten, als Frauen

Der Körper von Frauen ist delikater, als der von Männern. Unsere weiblichen Hormone durchlaufen jeden Monat einen Zyklus an Veränderungen. Stört etwas diesen Zyklus hat das schwere Folgen für unsere weibliche Gesundheit. Reduzieren wir Kalorien und/oder verzichten drastisch auf Kohlenhydrate für mehr als drei bis sechs Wochen, nimmt unser Körper dies als Stresssituation wahr.

 

In Frauen stört eine drastische Reduktion von Kohlenhydraten die Hormone

Wir Menschen haben uns evolutionstechnisch nicht viel weiter entwickelt. Das bedeutet, wenn unser Körper für eine lange Zeit vorgegaukelt bekommt, dass Nahrung (oder bestimmte Nahrungsgruppen) gerade rar sind, dann reguliert er sich runter. Es macht rein biologisch keinen Sinn Nachwuchs in eine stressige Welt zu setzen, wo es nicht genug Nahrung gibt. Daher leiden viele Frauen unter einer ausbleibenden Periode, wenn sie zu wenig essen und zu viel trainieren, zu viel Körperfett verlieren, aber auch wenn sie Kohlenhydrate weglassen oder ebene einfach so reduzieren, dass es für den Körper nicht ausreicht. Unsere Geschlechtsorgane machen im wahrste Sinne des Worte einfach „dicht“, bringen alle möglichen Hormone durcheinander und/oder wir finden uns in einer Hormonstörung, wie PCOS, wieder.

 

Wir brauchen Kohlenhydrate um Stress zu mindern und Hormone im Gleichgewicht zu halten

Wir können davon profitieren für einen Zeitraum von drei bis sechs Wochen Kohlenhydrate auf ein Minimum zu reduzieren. Darüber hinaus macht uns das nicht nur unfruchtbar, sondern hat noch eine ganz andere Folge, die keine von uns mögen wird.

Low Carb macht dick

Low Carb macht uns dick

Unser Körper benötigt Kohlenhydrate, um das Schilddrüsenhormon T4 in die wirksamste Form der Schildrüsenhormone T3 umzuwandeln. Unsere Schilddrüse und dessen Hormone spielen die Schlüsselrolle in unserem Energiestoffwechsel. Kann nicht genug T4 in T3 umgewandelt werden, leidet man irgendwann unter Schilddrüsenunterfunktion. Aber dieser Prozess ist schleichend und die Folgen merken wir schon vorher.

 

Unser Grundumsatz sinkt – wir essen weniger und werden trotzdem dicker

Nehmen wir an, dass eine normale Frau zirka 2000 Kalorien am Tag für ihren Grundumsatz benötigt. Reduzieren wir Kohlenhydrate (und Kalorien allgemein) für mehr als drei bis sechs Wochen, dann wird ab dieser Marke weniger des Schilddrüsenhormons T3 im Körper produziert. Passiert dies, benötigt der Körper auf einmal nur noch 1800 Kalorien an Grundumsatz. Dann 1600 Kalorien und so weiter. Das beutetet für uns, dass unser Körper vermehrt Fett einlagert, da wir weniger Kalorien für den typischen Grundumsatz benötigen. Alles darüber hinaus wird eingelagert. Zusätzlich sind wir erschöpft und wir haben ständig kalte Hände und Füße.

Auch dies hat den einfachen biologischen Grund. Stressige Zeiten (durch das Weglassen/Reduzieren von KH suggeriert) regen den Körper dazu an, vermehrt Fett einzulagern. Unser Körper möchte sich fortpflanzen. Eine Frau benötigt aber eine bestimmte Prozentzahl an Fett, um fruchtbar zu sein. Nur erkennt unser Körper nicht, dass wir eigentlich keine Angst um Nahrungsmittel haben müssen. Wir katapultieren ihn einen Teufelskreis und um diesen zu überwinden, braucht es einiges.

 

Unser Stresshormon Cortisol ist bei einer Kohlenhydratreduktion erhöht

Des Weiteren ist die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol bei einer Low-Carb-Ernährung oft erhöht. Viele Frauen mit PCOS haben bereits erhöhte Cortisolspiegel. Da kann eine langfristige Low Carb-Ernährung vieles nur verschlimmern, wie es bei mir der Fall war. Besonders, wenn Du unter der Art von PCOS leidest, die unter erhöhten Androgenen, wie DHEA-S leidest, ist eine ausreichende Zufuhr an Kohlenhydraten für Dich von großer Bedeutung. Denn Androgene werden von der gleichen Drüse, wie Cortisol ausgeschüttet: die Nebennieren. Die Nebennieren reagieren auf ein Hormon, welches bei Stress ausgeschüttet wird! (Bedenke, dass das Androgen Testosteron von den Eierstöcken ausgeschüttet wird. Lese dazu meinen Artikel über die verschiedenen Arten von PCOS).

 

Finde Deine optimale Menge an Kohlenhydraten

Kohlenhydrate machen schlank

Das beutetet allerdings nicht, dass Du nun bedenkenlos zum Kuchen greifen sollst. Ich spreche von Kohlenhydraten in Obst und Gemüse. Nicht von Zucker in Schokolade, Kuchen oder Pizza.

Ich gebe zu, dass dieses Thema wirklich verwirrend sein kann. Letztendlich ist die Kohlenhydratzufuhr sehr individuell und muss auf die jeweilige Person abgestimmt werden. Ich habe dafür eine Methode entwickelt, wie jede Frau die richtige Menge an Kohlenhydraten für sich ermitteln kann. Ich teile diese Methode in meinen Coaching und werde sie hoffentlich noch dieses Jahr für jede zugänglich machen -mit meinem eBook über die richtige Ernährung bei PCOS.

 

Interessiert Dich dieses Thema? Möchtest Du mehr darüber lesen oder hast Fragen? Schreibe mir einen Kommentar oder buche noch heute ein kostenfreies Erstgespräch mit mir.


Meine Story continued: Heute trainiere ich weniger und esse viel mehr Kohlenhydrate. Das war schwer mit meinem Kopf zu vereinbaren, denn wir lernen, dass wir weniger essen und mehr und härter trainieren müssen, um stark und schlank zu sein. Ich fühle mich besser denn je! Du kannst das auch. Finde Deine persönliche Ernährung mit meiner Hilfe.

4 comments on “Mein größter Ernährungsfehler | Warum Frauen Kohlenhydrate brauchen!”

  1. Vielen Dank, dass Du Deine Erfahrungen so offen und ehrlich mitteilst.

    Ich bin seit 26 Jahren Ausdauersportlerin (laufe täglich) und mache auch Athletiktraining (täglich). Gerne führe ich hin und wieder Eigenversuche durch mind. 3 Monate, um mir einen Eindruck über bestimmte Ernährungsstile zu machen. Ich bin mit Low Carb auch nicht glücklich geworden. Neben dem Kraft-/Energie-Verlust hatten sich auch noch meine Blutwerte bei dieser Ernährungsform verschlechtert (Cholesterin und Leber) und das bei einem täglich absolvierten Sportprogramm von mind. 2 Stunden.

    Jeder Mensch ist einzigartig und jeder Körper funktioniert anders. Ich habe bisher festgestellt, dass es nicht die einzige, beste oder richtige Ernährung für ALLE gibt. Mit etwas Besorgnis beobachte ich schon sehr lange Zeit, dass Ernährungsstile immer mehr zu Ernährungstrends werden, welche -wie die Mode- ständig wechseln. Prominente Ratschläge und schlaues Marketing von Gesundheitsexperten schaukeln sich zusätzlich noch gegenseitig hoch.

    Was ich aus meiner persönlichen Erfahrung sagen kann ist, dass die meisten Ernährungsformen in gewisser Weise effektiven Ansätzen folgen und auch erst einmal zu einem gewünschten Erfolg führen. Diese Erfolge sind aber in der Regel früher oder später mit unerwünschten Begleiterscheinungen verbunden. So kam es häufig zu einem ungewollten Verlust an Muskelsubstanz.

    Eine gezielte und ausgewogene Zufuhr der richtigen Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette ist unheimlich wichtig. Jeder Mensch sollte ein gesundes Körperbewusstsein entwickeln und für sich herausfinden, mit welcher Nährstoffverteilung er nicht nur äußerlich gut aussieht, sondern sich auch innerlich gut fühlt.

    Kohlenhydrate sind neben Proteinen und wertvollen Fetten, wichtige Nährstoffe. Sie sind die wahren Turbobooster und Energielieferanten. Ich bin absolut davon überzeugt, dass der Körper ein gesundes Maß an Kohlenhydraten benötigt. Denn zu wenig Energie gibt nicht genug Leistung für die Trainingseinheiten. Wer zudem noch ganz konkrete sportliche Ziele verfolgt, für den ist besonders der Wirkungszeitpunkt der Kohlenhydrate interessant, d.h. die perfekte Kohlenhydratmischung aus kurzkettigen und langkettigen Kohlenhydraten entscheiden über den Trainingserfolg.

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