Hirsutism und PCOSHirsutism oder vermehrter Haarwuchs ist ein typisches Symptom von PCOS. Schuld daran ist die erhöhte Produktion männlicher Geschlechtshormone.

Über die Entstehung eines vermehrten Haarwuchses bin ich bereits in einem vorangegangen Artikel eingegangen. Ich empfehle Dir diesen Artikel auf jeden Fall zu lesen. Wissen ist Macht! Je mehr Du über den Auslöser Deiner Symptome weißt, desto besser kannst Du sie angehen.

In dem Artikel stelle ich auch herkömmliche Behandlungsmethoden vor, wie Du sie vom Arzt verschrieben bekommst. Allerdings sind diese Methoden meiner Meinung nach keine dauerhafter Lösung bzw. Schaden dem Körper auf längere Sicht.

Daher möchte ich heute andere Methoden zur Haarentfernung vorstellen. Einige davon sind Dir sicherlich durchaus bekannt. Aber besonders, wenn es um Behaarung im weiblichen Gesicht geht, ist Rasieren meist keine optimale Lösung.

PCOS und vermehrte männliche Körperbehaarung

Nicht immer muss Hirsutism mit PCOS zusammenhängen. Manchmal sind Haare einfach besser sichtbar. Besonders, wenn man dunkle Haare hat. Auch dann möchte man meist eine Alternative finden, die sich dieser Sache annimmt. Dunkle Haare und/oder vermehrter Haarwuchs können sehr belastend sein. Was kannst Du also tun?

 

Natürliche Alternativen gegen vermehrte männliche Körperbehaarung

 

1. Rasieren

Rasieren ist natürlich der Standard bei der Haarentfernung, doch kann es ziemlich nervig sein ständig nachzurasieren. Es kann sogar den Haarwuchs beschleunigen und das ist nun doch ziemlich ungewollt. Und wie man sich als Frau fühlt, wenn man ständig mit dem Rasierer im Gesicht hantiert, muss ich sicherlich nicht allzu sehr erläutern. Eine Form die Haare loszuwerden -auch wenn es nur von kurzer Freude ist- ist es aber definitiv.

2. Epilieren und Zupfen

Epilieren ist da schon etwas besser, jedoch auch schmerzhafter. Doch auch hier muss ich persönlich sagen, dass die „4-Wochen-glatte-Beine-Versprechung“ der Hersteller nie mit der Realität übereinstimmt.  Auch finde ich, dass das Epilieren ziemlich viel Zeit in Anspruch nimmt, da nicht immer alle Haare mit einem Zug erwischt werden. Und im Gesicht mit der Pinzette rumzuzupfen ist auch nicht ganz so spektakulär, wenn man dort jedoch nur über ein paar dunkle verirrte Härchen stolpert, dann ist das Zupfen völlig ausreichend. 

3. IPL/Laser Behandlung

Bei dieser Methode werden Lichtstrahlen in die Haarwurzel geschickt, um die Wurzel zu zerstören.  Es funktioniert am besten bei Frauen mit dunkeln Haaren und heller Haut, da hier auf den Farbstoff Melanin gezielt wird, welcher das Licht absorbiert. Die Methode ist besonders effektiv, wenn man mehrere Behandlungen durchläuft und die Hauptursache der vermehrten männlichen Hormone adressiert.

Ich hatte hier mehrere Behandlungen untern den Armen und war von den Ergebnis begeistert. Da ich diese Behandlungen jedoch vor dem Absetzten der Pille hatte, kamen nach dem Absetzen wieder ein paar mehr Haare hinzu. Aber es hält sich noch in Grenzen. Unsere Hormone beeinflussen das Ergebnis drastisch. Jedoch kann eine professionelle IPL oder Laserbehandlung ziemlich teuer werden, da es gut und gerne acht bis zehn Behandlungen bedarf.

Eine preiswertere Methode sind die IPL Geräte für zu Hause. Ich habe hier von Phillips das IPL Enthaarungssystem Lumea Essential* zum Testen bekommen. Während viele von ihren positiven Ergebnissen Berichten erzählen, kann ich mich diesen leider nicht anschließen. Ich habe es einige Zeit versucht und keine Veränderungen feststellen können. Aber ich bin auch schnellere Ergebnisse von der professionellen IPL-Behandlung gewöhnt. Vielleicht habe ich aber auch zu schnell aufgegeben.

Phillips Lumea Essential IPL

 

Das Hauptproblem von Hirsutism angehen

 

4. Insulin in den Griff bekommen

Vermehrter Haarwuchs liegt in der Ursache, dass vermehrt männliche Hormone im weiblichen Körper vorhanden sind. Wollen wir den vermehrten Haarwuchs also an der Wurzel packen und auf natürliche Weise entgegenwirken, dann müssen wir die männlichen Hormone im Körper senken.

Testosteron ist auch in uns Frauen ganz normal und ein geringes Level notwendig. Jedoch veranlasst das Hormon Insulin unsere Eierstöcke dazu vermehrt Testosteron zu produzieren. Daher steht eine Insulinresistenz und der Konsum von Zucker sehr stark im Zusammenhang mit PCOS. Wenn wir also die Ausschüttung unseres Insulins von der Bauchspeicheldrüse eindämmen, werden wir vermutlich auch eine Reduzierung von Testorone herbeiführen können.

Aus diesem Grund ist die richtige Ernährung bei PCOS eine der besten Strategien, um Testosteron und somit den vermehrten Haarwuchs in den Griff zu bekommen.

5. Vermeide Milchprodukte

Ein weiteres Thema, was die Ernährung betrifft und sehr häufig in Verbindung mit PCOS stehen, sind Milchprodukte. Ich habe darüber schon mal berichtet, möchte hier aber etwas mehr ins Detail gehen. Milch enthält insulinähnliche Wachstumshormone (Insulin-like growth factor 1 -IGF-1). Es ist ein natürliches Hormon, welches eine sehr ähnliche Struktur zu unseren Zuckerhormon Insulin hat. Daher kann es die Funktion von Insulin in unserem Körper nachahmen. Wir Menschen haben es, aber auch Kühe haben dieses Hormon. Eine Studie zeigt, dass das Hormon IGF-1 im Körper von jungen Frauen um 10% steigt, wenn sie nur ein Glas Milch am Tag zu sich nehmen. Frauen mit PCOS zeigen meist erhöhte IGF-1 Werte. {1} Das kann sich negativ auf den Hormonhaushalt auswirken und eine Mitursache für PCOS und Hirsutism sein.

Milch bei PCOS

6. Trinke Grüne Minze

In einer türkischen Studie konnte die antiandrogene Wirkung von Grüner Minze festgestellt werden. Hierzu tranken 42 Frauen über einen Zeitraum von 30 Tagen, 2 Tassen Minztee oder einen Placebo-Tee. In der Studiengruppe, welche den Minztee zu sich nahm, konnte eine signifikante Verminderung der freien, sowie der gesamten Menge an Testosteron festgestellt werden. Die Frauen stellten auch eine subjektive Verminderung ihres Haarwachstums fest, was objektiv leider nicht bestätigt werden konnte. Die Beschaffen der Haarfollikel und deren Wachstumsperioden lassen es ich leider nicht zu eine große Veränderung über einen Zeitraum von 30 Tagen zu beobachten, und eine längere Studie wäre hier angebracht. Haarwachstum und eine Veränderung in diesem kann mehrere Monate in Anspruch nehmen. Daher ist anzunehmen, dass es einen wesentlich längeren Zeitraum bedarf, bis man eine Veränderung feststellen könnte. Als respektabler Zeitraum, um eine Verminderung des Haarwachstums festzustellen, sind mindestens 6 Monate. {2}

Grüne Minze PCOS

Schaden kann das Trinken von Minztee allerdings nicht und ist eine extrem preiswerte Variante die Hormone in den Einklang zu bekommen. Hierbei sei allerdings gesagt, dass in der Studie kein Pfefferminztee (Botanischer Name: Mentha x piperita), wie man ihn bei uns am häufigsten findet, verwendet wurde, sondern Tee aus der Grünen Minze oder Krause Minze (Botanischer Name: Mentha spicata) verwendet wurde. Ob der gewöhnliche Pfefferminztee die selbe Wirkung hervorruft, muss noch untersucht werden.

Fazit

Wir können also einiges tun, damit uns die störende Haare nicht mehr so sehr belasten. Ich bin nach wie vor ein großer Verfechter davon, die Ursache zu finden und die Symptome an der Wurzel zu packen. Das sind unsere Hormone. Daher sind meine letzten drei Alternativen meine Favoriten, auch wenn sie etwas Zeit in Anspruch nehmen, um Erfolge sichtbar werden zu lassen. Hat Dir dieser Artikel weitergeholfen? Wie gehst Du mit Deiner Körperbehaarung um?


Quellen:

1: Wu, X. K., Zhou, S. Y., Liu, J. X., Pöllänen, P., Sallinen, K., Mäkinen, M., & Erkkola, R. (2003). Polycystic ovary disease: Selective ovary resistance to insulin signaling in women with polycystic ovary syndrome. Fertility And Sterility80954-965. doi:10.1016/S0015-0282(03)01007-0

2: Grant, P. (2010). Spearmint herbal tea has significant anti-androgen effects in polycystic ovarian syndrome. A randomized controlled trial. Phytotherapy Research24(2), 186-188. doi:10.1002/ptr.2900

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