Kennst Du diese Person, die immer alle Schuld von sich weist? Die ganz klar einen Fehler gemacht hat oder etwas Dummes gesagt hat, was eventuell verletzend war. Die dann aber immer wieder nach dem Motto agiert: „Das hast Du völlig falsch verstanden. Ich habe nur so reagiert, weil Du davor …gesagt/gemacht hast!“ oder „Das ist nicht meine Schuld!“. Schuld sind immer die Anderen. Der Partner, die Bahn, das Wetter, unsere Gesellschaft, der doofe Kollege.

Vielleicht ertappst Du Dich jetzt aber auch selbst!? Doch anstatt jetzt wegzuklicken und Reißaus zunehmen, bleib bei mir! So schwer es mir nämlich fällt das zu sagen und einzugestehen, genau diese Person war auch ich! Oh jaaa. Vielleicht nicht in einem sehr schlimmen und gewaltigen Sinne, aber ich es habe es gern und ziemlich unbewusst getan.

 

Wie ich aus einer kleinen Sache ein Drama machte

selbstverantwortungDabei habe ich mein Verhalten erst in dem letzten Jahr an die Oberfläche transportieren können. Ich war mir überhaupt nicht bewusst, dass ich das immer getan habe. Zu gern nahm ich die Opferrolle ein. Als sehr sensible Person, konnte ich es nicht ertragen, dass jemand anderes böse auf mich ist oder ich jemand eventuell durch eine ungeschickte Wortwahl verletzt habe. Die Stimmung von anderen beeinflusst mich nämlich enorm.

Schnell versuchte ich den Spieß umzudrehen. Das Gefühl der Scham, etwas falsch gemacht zu haben, einen Fehler begangen zu haben, jemand anderen vor den Latz getreten zu sein, war unerträglich für mich. So unerträglich, dass ich es nicht aushalten konnte. Ich versuchte dieses Gefühl wegzuschieben und anstatt dessen etwas anderes hervorzuholen. Etwas, wo der andere ja wohl nicht mehr böse sein konnte. Tränen und die Worte, dass ich etwas nur gemacht habe, weil der andere etwas gesagt hat oder dass ich einen schlechten Tag hatte. Plötzlich fühlte sich der Andere als der „Böse“ und ich als das Opfer. Aus kleinen Lappalien wurden große Dinger. Alles war viel dramatischer, als es eigentlich war. Und das nur weil ich ein kleines Drama daraus gemacht hatte.

 

Die alltägliche Schuld

Aber es muss gar nicht so dramatisch sein, wie es bei mir der Fall war. Wir machen das ja schon alltäglich. Du kommst zu spät. Dann war die Bahn mal wieder unpünktlich oder der Verkehr richtig dick. Du hättest aber auch früher losfahren können.

Eine Deadline verpasst? Wir sind ja so gestresst und bekommen vom Chef eine Aufgabe nach der anderen aufgehalst. Wir hätten uns aber auch einfach entschuldigen und aus unserem Fehler lernen können. Beim nächsten Mal sagen wir „nein“, wenn wir mal wieder hundert Aufgaben vor die Nase geklatscht bekommen und versuchen vor der Deadline fertig zu werden.

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Unbewusste Verhaltensweisen bewusst machen

Ich glaube, dass wir so etwas nicht immer bewusst machen. Es können Muster und Verhaltensweisen sein, die wir irgendwann mal gut gebrauchen konnten. Als Selbstschutz. Vielleicht ist es aber auch ein Verhalten, welches wir uns von unseren Eltern oder dicken Freunden abgeschaut haben. Und wir haben diese Verhaltensweise unbewusst übernommen. Aber anstatt jetzt wieder die Schuld bei anderen zu suchen, sollten wir lernen JETZT Verantwortung für unser eigens Handeln zu übernehmen.

 

„Lerne JETZT Die Verantwortung für Dich und Dein Handeln zu übernehmen. Du kannst ganz bewusst entscheiden und Dein Leben gestalten.“

 

Mit der Schuldabweisung kommen nämlich viele andere Unannehmlichkeiten:

 

    • Du verärgerst die anderen, denen Du ständig die Schuld in die Schuhe schiebst (Ausgenommen die BVG! Die liebt Dich nämlich laut Werbung trotzdem.)
    • Du verärgerst denjenigen, der durch Dein Kommentar verletzt wurde, weil Du versuchst den Spieß umzudrehen (Ganz nach dem Motto: Ich habe nur so reagiert, weil Du davor … gemacht hast“)
    • Du verlierst den Respekt der anderen
    • Du verlierst bei jeder Schuldabweisung etwas Selbstachtung

 

Fehler sind menschlich

Fehler und Missgeschicke sind menschlich. Und manchmal sagen wir etwas Dummes zu jemand anderen, das wir gar nicht so gemeint haben. Der andere ist aber trotzdem sehr verletzt. Das passiert jeden einmal.

Wie Du aber zu Deinen Taten und Worten stehst, zeigt Dir und Deinen Mitmenschen, was für ein Mensch Du bist und wie sie Dich behandeln.

 

Wie Du mit Deiner Schuld umgehst, zeigt wie Du Dich behandelst

 

Jedes Mal, wenn ich die Schuld von mir gewiesen haben, habe ich auch etwas Selbstachtung verloren. Denn ich habe nicht nur den anderen belogen, sondern auch mich selbst. Plus, die Opferrolle, die ich so oft eingenommen habe, hat mich eher schwach dastehen lassen, als alles andere.

 

Wie übernimmst Du aber Selbstverantwortung?

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Atme tief durch und sage Dir:

„Ich bin ein Mensch, der manchmal Fehler macht und falsche Entscheidungen trifft. Genau das macht mich menschlich. Ich kann falsche Entscheidungen korrigieren, Fehler wieder gut machen. Wenn ich etwas nicht in diesem Augenblick gerade biegen kann, werde ich zu meinen Taten und Worten stehen und die Verantwortung dafür übernehmen. Ich kann und werde mich entschuldigen!“

Das macht Dich zu einem verantwortungsvollen Mitmenschen. Du erntest Dir dafür mehr Respekt und Achtung von den Anderen, als Deine Schuldabweisung. Du hast jedes Mal die Chance aus Deinen Fehlern zu lernen und aktiv etwas in Deinem Leben zu verändern. Und das fühlt sich viel mächtiger und größer an, als Du Dich in der Opferrolle fühlen würdest.

Ich weiß, dass erscheint manchmal schwer. Auch ich muss immer wieder tief durchatmen und mir bewusst werden, was ich als nächstes in dieser Situation tun werde. Es erscheint so viel einfacher unbewusst in alte Verhaltensweisen zurückzufallen und die Schuld wegzuschieben. Auch heute ertappe ich mich manchmal dabei, wie ich in Gedanken Sätze formuliere, mit denen ich die Schuld so schön einfach von mir wegschieben kann.

Doch wenn Du Dir einmal über Dein Verhalten bewusst bist, kannst Du es nicht wieder unbewusst machen. Dann musst Du eine klare und bewusste Entscheidung fällen. Weist Du die Schuld von Dir (und diesmal bewusst) oder übernimmst Du die Verantwortung für Dich und Deine Entscheidungen und Taten?

Heute sage ich dann:

„Das tut mir wirklich sehr leid, dass das passiert ist! Was kann ich tun, um das wieder gut zu machen? Ich werde nächstes Mal besonders darauf achten es richtig zu machen!“

Eventuell musst Du mit unangenehmen Konsequenzen rechnen, aber Du hast Dir Deine Selbstachtung bewahrt und kannst stark und ohne Scham in den Spiegel schauen. Du entscheidest!

Schau mal, Steffi von Welt der Chancen hat dieses Thema ähnlich, aber doch etwas anders beleuchtet.

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