Plastik und PCOSWenn es um mein PCOS ging, habe ich mich sehr lange Zeit nur auf meine Ernährung und meinen sportliche Betätigung konzentriert. Doch je tiefer ich in diesen Thema einsteige, um diese Krankheit und meinen Körper besser zu verstehen, desto mehr stelle ich fest, dass eine Veränderung des Lebensstils noch viel mehr Aspekte beinhaltet.

Plastik und andere Umweltgifte stehen immer mehr im Verdacht nicht nur unsere Umwelt, sondern auch in unserem Körper ein wüstes Chaos anzurichten. Viele Studien weisen darauf hin, dass sogenannte Umweltgifte zu PCOS und anderen Hormonstörungen beitragen. Daher habe ich mein Leben in den letzten Monaten auf ökologisch und plastikfrei umgestellt. Zumindest so gut es geht.

 

Was sind Umweltgifte?

Umweltgifte kommen in allen möglichen Formen und begegnen uns täglich! Sie sind krebsfördernd und agieren als „Hormon-Störer“ in unseren Körper. Sie sind nicht nur im Labor hergestellt, sondern kommen auch in der Natur vor. Zu den bekannteren Umweltgiften gehören:

  • Quecksilber
  • Blei
  • Bisphenol A (BPA)
  • Pestizide

BPA und Pestizide sind vermutlich die häufigsten Umweltgifte, die wir jeden Tag zu uns nehmen. Man bezeichnet sie auch als Umwelthormone, da sie sie in unserem Körper ähnlich wie Hormone wirken und Rezeptoren blockieren. Später dazu mehr.

Bispenol A kommt in Plastik vor und sogar in Lebensmitteldosen (sprich die Innenseite unserer Kokosmilchdose ist mit BPA überzogen).

 

BPA fördert Hormonstörungen und andere Krankheiten

BPA hat eine östrogene Wirkung und das ist schon länger bekannt, weshalb immer mehr Hersteller BPA-freie Plastikflaschen verwenden. Es gibt schon lange Studien, die BPA mit Diabetes, Krebs und Unfruchtbar in Verbindung bringen.

Doch nun wissen wir auch, dass diese Umweltgifte eine große Rolle im PCO-Syndrom spielen und diese vermutlich sogar PCOS auslösen.

BPA und PCOS

Die Wirkung von BPA in PCOS

In einer Studie wurden 71 Frauen mit PCOS und 100 Frauen ohne PCOS miteinander verglichen. Frauen mit PCOS haben bis zu 40% mehr BPA in ihrem Blutkreislauf, als die gesunde Kontrollgruppe.

Eine weitere Studie an Tieren zeigte auf, dass Ratten in ihrem späteren Leben PCOS entwickeln können, wenn sie bereits vor ihrer Geburt BPA ausgesetzt waren.

Sämtliche Studien weisen also darauf hin, dass wir Umweltgifte meiden sollten. Auch wenn wir an vergangen „Konsum“ von Umweltgiften nichts mehr ändern können (Grund zur Entgiftung besteht weiterhin), können wir unseren zukünftigen „Konsum“ kontrollieren. Für mich bedeutet dies konsequent auf Plastik zu verzichten.

Plastik und die Folgen fur unseren Korper

Was richtet BPA in unserem Körper an?

BPA hat eine chemische Struktur, die diesem Stoff erlaubt mit Östrogenrezeptoren zu agieren bzw. sich an diese zu binden. Rezeptoren befinden sich an Zellen und funktionieren nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip. Der Rezeptor ist in diesem Falle das Schloss, welches nicht jedem Schlüssel erlaubt sich zu binden. Ist die Struktur von dem „falschen Schlüssel“ (BPA) so ähnlich zur Struktur des richtigen Schlüssel (hier Östrogen), dann kann dieser falsche Schlüssel (BPA) dieses Schloss blockieren. Östrogen (der richtige Schlüssel) kann so seine Aufgabe nicht erfüllen, würde aber normalerweise eine sehr große Rolle in der Entwicklung der Ovarialfollikel (Eiblässchen) spielen. Diese Entwicklung ist in Frauen mit PCOS meist gestört.

 

Es höht die Produktion von männlichen Hormonen

Des Weiteren ist PCOS durch eine erhöhte Produktion von männlichen Hormonen gekennzeichnet. Sogenannte Androgene werden von unseren Ovarien (Eierstöcken) produziert und sorgen für die vielen unschönen Symptome, die PCOS begleiten: z.B. Hirsutism oder Akne. Es wurde nachgewiesen, dass BPA die Produktion von Adrogenen auf zwei Wegen steigern kann. (1) Indem es direkt die Produktion in den Ovarien erhöht und/oder (2) die Ausschüttung von Gonadoliberin im Gehirn erhöht, was sich letztendlich auch negativ auf die Follikel-Entwicklung sowie die Ausschüttung von Androgenen in den Eierstöcken auswirkt.

 

Es bindet sich an an Zellen und Transportmoleküle

Auch kann sich BPA an Sexualhormon-bindendes Globulin (ein Transportmolekül für Sexualhormone, wie Testosteron) binden. So kann Testosteron nicht an dieses andocken und verbleibt so frei in unserem Blutkreislauf. Gleichzeitig könnte so BPA ganz einfach mit Hilfe dieses Moleküls durch unser Blutplasma schwimmen. Das ist recht ungünstig, denn so kommt es zu einem erhöhten Testosteronspiegel in Frauen mit PCOS und BPA blockiert fleißig sämtliche Andockstellen für unsere Sexualhormone.

 

Es beeinträchtigt Deine Leber

Deine Leber ist die Detox-Maschine Deines Körpers. Umweltgifte wie BPA, aber auch Abfallprodukte und Hormone werden von ihr aus dem Blut gefiltert, zerlegt und abtransportiert. So in der Theorie!

Wie jede Maschine ihre maximale Kapazitäten hat, so hat auch unsere Leber ein Maximum, was sie leisten kann.

Heutzutage sind wir mit enorm vielen Umweltgiften bombardiert, es fängt mit BPA aus Plastik an, geht über die Chemikalien, die wir mit unserem Kosmetikprodukten auf unsere Haut schmieren weiter und endet im wochenendlichen Konsum von Alkohol oder täglichen Konsum von Pestiziden auf unserem Salat.

All das und noch viel mehr muss unsere Leber jeden Tag abbauen! Das sie überlastet sein könnte daran denken wir kaum. Doch sie hat ihre Grenzen und diese Grenze bzw. Kapazität mag für den einen größer, für den anderen geringer sein. Es gilt die Leber zu entlasten und zu unterstützen. Das können wir mit weniger (oder am besten kein!) BPA tun.

 

Plastik und BPA konsequent verbannen!

Plastik spielt eine enorme Rolle in Frauen mit PCOS und kann Mit- oder sogar Haupterursacher dieser Krankheit sein. Es ist also an der Zeit Plastik drastisch zu reduzieren und aus dem Leben zu verbannen. Wie Du das am besten anstellst und was die Alternativen sind, stelle ich Dir in einem zukünftigen Blogpost vor.

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