Es sind zwei meiner am wenigsten kommentierten Artikel, aber ein ziemlich gefragtes Thema unter Euch. Ich kann es verstehen. Es ist unangenehm und auch ich selbst habe lange mit diesem Thema gehadert.

 

Viele dunkle Haare nerven

 

Ich bin eher der dunkle Typ. Meine Haare an Beinen und Achseln sind gut pigmentiert. Da sich die Haut unter den Achseln nach der Rasur gern mal entzündete, entschied mich -noch während ich die Pille nahm- für einige IPL-Behandlungen. Die waren auch ziemlich erfolgreich. Ich hatte so gut wie keine Haare mehr unter den Achseln (hier hatte ich die meisten Behandlungen) und nur noch ganz wenige an den Unterschenkeln.

Doch nach Absetzen der Pille, fingen die Haare in diesen Bereichen wieder an zu wachsen. Das wird einem vor der IPL-Behandlung gesagt, aber so richtig gerechnet habe ich damit nicht. Es hält sich in Grenzen, aber ich merke den Unterschied. Und…ich spreche es einfach aus, auch wenn es schwer fällt…ich habe auf einmal ein paar dunkle Haare am Kinn entdeckt, welche ich zuvor nie hatte. Nervig! Aber nichts für was man sich schämen müsste. Das geht einigen Frauen so. Ich fand es ganz erfrischend, als Freundinnen in Australien ganz ungezwungen darüber sprachen. Mir fiel es damals schwer.

 

Die Ursache sind oft erhöhte Androgene

 

Die Hauptursache von Hirsutismus bei Frauen sind oft erhöhte Testosteronwerte. Daher haben oft Frauen mit PCOS damit zu tun. Es liegt also nahe, dass eine Reduktion des Testosterons den vermehrten Haarwuchs verhindern sollte.

 

Weniger Zucker und Stress kann Androgene senken

 

Die Hauptgründe für erhöhte Testosteronwerte bei Frauen ist (1) die vermehrte Ausschüttung von Insulin oder gar eine Insulinresistenz, aber auch (2) zu viel Stress. Es sind genau die Ursachen, die auch bei PCOS vorliegen. Hier gilt es also die Ernährung anzupassen und Stress zu mindern. Das wäre der erste und wichtigste Schritt!

 

Doch was ist, wenn Androgene laut Arzt im Normalbereich liegen und wir trotzdem vermehrt Haare haben?

 

Doch meine Androgenwerte liegen aktuell im Normalbereich und ich habe auch kein PCOS mehr. Die Haare kamen trotzdem auf einmal. Warum?

 

Das eigentliche Problem ist DHT

 

Der Grund hierfür kann an der Sensibilität der Testosteronrezeptoren liegen. Hirsutismus ist die Folge, dass Testosteron zu der noch potenteren Form von Testosteron „DHT“ im Körper umgewandelt wird. Das ist auch bei den Männern die eigentliche Ursache für vermehrten Haarwuchs und den Verlust der Haare auf dem Kopf.

Für uns Frauen gilt also, dass (1) wirklich zu viel Testosteron im Körper vorliegt und der Körper dieses nun vermehrt zu DHT umwandelt und/oder (2) unsere Rezeptoren so sensibel auf Testosteron reagieren, dass auch bei Normalwerten von Testosteron dieses zu DHT umgewandelt wird. Vermehrter Haarwuchs (aber auch Haarausfall) kann entstehen.

Hierbei spielt das Enzym 5α-Reduktase eine wichtige Rolle, denn es ist hauptsächlich dafür verantwortlich, dass Testosteron zu DHT umgewandelt wird.

 

Testosteron wird mit Hilfe von 5α-Reduktase zu DHT umgewandelt

 

 Warum die Haarzellen von manchen Frauen so sensibel reagieren ist unklar. Schuld könnte zum Beispiel eine Überaktivität des Enzyms 5α-Reduktase sein. Da dieses grundsätzlich dafür verantwortlich ist, Testosteron zu DHT umzuwandeln, gilt es dieses Enzym in seiner Aktivität zu mindern bzw. zu hemmen. Daher konzentrieren sich die meisten natürlichen Mittel in diesem Artikel auf genau dieses Enzym.

 

Doch es gilt zuerst immer Testosteron zu senken!

 

Wer jedoch definitiv erhöhte Testosteronwerte hat, sollte vorrangig diese senken. Natürliche Mittel dazu bekommst du in meinem vorangegangenen Artikel.

Denke auch immer daran, dass das Symptom Hirsutismus von allen Symptomen vermutlich am längsten benötigt, um sich einzustellen. Der Grund liegt im langen Wachstumszyklus von Haaren. Mit knapp sechs Monaten muss man definitiv rechnen.

Aber nun kommen wir zu den Hauptakteuren dieses Artikels:

 

5 natürliche Mittel DHT zu senken und Hirsutismus zu besiegen

Hirsutismus

 

1. Sägepalmenextrakt

Extrakt aus der Sägepalme ist bei Männern sehr bekannt, die Probleme mit einer vergrößerten Prostata haben. Aber auch Frauen mit Akne, PCOS und vermehrten Haarwuchs können von dieser Heilpflanze profitieren. Der Effekt ist der Gleiche –ob Mann oder Frau. Sägepalmenextrakt hemmt das Enzym 5α-Reduktase, welches Testosteron in die noch aktivere Form DHT umwandelt.

Allerdings soll die Heilpflanze das Hormon Prolaktin erhöhen, was ein Gegenindikator für die Einnahme bei manchen Frauen sein kann. (Erhöhtes Prolaktin kann ebenfalls Hirsutismus hervorrufen!) Des Weiteres kann die Einnahme auch Östrogen senken, was nicht immer von Vorteil ist. Hier ist also Vorsicht geboten und Hormontests sollten zu Rate gezogen werden. Am besten spricht man die Einnahme vorher mit einem Arzt ab. Aber es scheint, als würden Frauen mit erhöhten Testosteron- und Östrogenwerten und niedrigen Prolaktinwerten am ehesten von der Sägepalme profitieren.

 

2. Vitex (agnus-castus) oder Mönchspfeffer

Vitex hingegen reduziert Prolaktin. Das Hormon Prolakin soll (1) die Ausschüttung von DHEA aus den Nebennieren erhöhen. Dies ist eine Vorstufe von Testosteron. (2) Erhöhtes Prolaktin soll die Aktivität des Enzym 5α-Reduktase erhöhen. Es wird also praktisch mehr DHEA (und somit mehr Testosteron) produziert, welches wiederum durch eine erhöhte Aktivität des Enzyms eher zu DHT umgewandelt wird und somit eher Hirsutismus entstehen kann.

Achtung! Dies ist nicht bei allen Frauen mit PCOS der Fall. Es gibt viele Frauen mit PCOS, welche keine erhöhten Prolaktinwerte haben und Vitex hier nicht die beste Wahl wäre, sondern Symptome verschlimmern könnte. Auch hier gilt: Mit dem Arzt absprechen und Hormontests zu Rate ziehen.

  

3. Zink

Zink ist allgemein dafür bekannt, gut für Haut und Haare zu sein. Der Mineralstoff kann sehr wichtig für Frauen mit PCOS und vermehrten Haarwuchs sein. Es gibt eine Studie, in welcher die Einnahme von 50mg Zink über einen Zeitraum von 8 Wochen täglich einen positiven Effekt auf Haarausfall und Hirsutismus hatte. Eventuell hat Zink eine hemmende Wirkung auf das Enzym 5α-Reduktase, wie es in einer Studie an Hautzellen in Verbindung mit Azelainsäure getestet wurde.

Besonders nach dem Absetzen der Pille kann Zink zur Mangelware im Körper werden. Zuviel Zink jedoch, kann Übelkeit und andere Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Ich finde es daher wichtig zu schauen, was der Körper benötigt und in welchem Verhältnis es zu anderen Mineralien (z.B. Kupfer) im Körper vorliegt. Eine Haarmineralanalyse kann Aufschluss geben.

Hirsutismus Infographic (1)

4. Reishi:

Auch Reishi (ein Heilpilz) soll das Enzym 5α-Reduktase hemmen und somit verhindern, dass Testosteron zu DHT umgewandelt wird. In meinem Beitrag über Adaptogene habe ich bereits über seine stressmindernde Wirkung gesprochen. Es ist für mich momentan die Heilpflanze der Wahl, da mein Körper sehr sensibel auf Stress reagiert.

Man sollte bei Heilpilzen allerdings darauf achten, dass sie als Extrakt daherkommen. So werden die wertvollen Wirkstoffe besser von unserem Körper aufgenommen und gleichzeitig bekommen wir sie in potenzierter Form. Rohes Reishi-Pulver kann für unsere Körper eine kleine Herausforderung darstellen und vermutlich bekommen wir nicht so viele Wirkstoffe aus dem rohen Pilz heraus. Mein Produkt der Wahl ist Reishi der australischen Marke teelixir.

Es ist eine Heilpflanze, welche am besten über einen langen Zeitraum wirkt. Eine sofortige Wirkung kann man von Reishi nicht erwarten. Dafür eignet es sich dann allerdings für eine Langzeiteinahme und wird so auch empfohlen.

 

5. Beta-Sisterol

Beta-Siserol kommt ganz natürlich in Pflanzen vor und besitz eine ähnliche Struktur wie Cholesterol. Auch Beta-Sisterol soll die Umwandlung von Testosteron zu DHT blockieren, indem es das Enzym, welches hier aktiv ist, hemmt. Manche behaupten, dass es eine sehr potente Wirkung gegen Hirsutismus hat. Auch bei Männern mit Haarverlust ist dieses Pflanzenextrakt bekannt.

Beta-Sisterol kann man durch die Ernährung bekommen. Es steckt beispielsweise in Schwarzkümmel-Samen (Schwarzkümmelöl soll ja unglaublich tolle Eigenschaften für unsere Gesundheit haben), Salbei, Maulbeerenblätter, Buchweizen-Samen und selbst etwas in der Sägepalme. Man kann es jedoch auch hochdosiert in Kapselform einnehmen. Ich würde es allerdings erstmal mit der Ernährung versuchen. Die oben genannten Dinge isst man ja nicht sehr häufig. Manchmal kann das schon ausreichen.

 

Wie Du siehst konzentrieren sich all die Heilpflanzen auf Hemmung des Enzyms, welches DHT herstellt. Was bei einem am Besten wirkt, kann sich von Frau zu Frau unterscheiden. Am besten sprichst Du mit Deinem Arzt und/oder Heilpraktiker und lässt Dich beraten. Es gibt  natürliche noch weitere Mittel, die bei der Reduktion von Hirsutismus helfen können und es ist wichtig, das Gesamtbild des individuellen Körpers zu betrachten, um die für einen richtige Behandlung zu finden. 

Was sind Deine Erfahrungen zu Hirsutismus? Was hat Dir geholfen und wer hat Dich gut beraten können?

 

4 comments on “5 natürliche Mitteln gegen Hirsutismus – Vermehrter Haarwuchs bei Frauen”

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