Mehr ZeitWürde ich eine Umfrage starten, wäre ‚mehr Zeit zu haben’ sicherlich einer der Wünsche, welchen jede Frau hat. Damit einhergehend ist meist der Wunsch nach mehr Produktivität. Also mehr Aufgaben in kürzester Zeit zu schaffen.

Auch ich tappe zu oft in die Falle mir etwas mehr von dieser so kostbaren Zeit zu wünschen. Doch wenn ich das mal so richtig (also so richtig richtig) betrachte, dann ist das nun einfach nicht möglich! Oder etwa doch?

Meine Frage an Dich: Für was fehlt Dir denn eigentlich die Zeit?

Mehr Zeit fur Dich

Sind Deine Antworten in etwa so:

Hast Du zu wenig Zeit für Sport?

Hast Du zu wenig Zeit für’s Kochen?

Hast Du zu wenig Zeit für Deine Familie und Freunde?

Hast Du zu wenig Zeit, um endlich mal das Buch zu lesen, was schon seit Wochen neben Deinem Bett liegt?

Oder hast Du keine Zeit, um mal so richtig zu entspannen?


Meist fehlt uns die Zeit für uns Selbst

Ja genau. Wir erledigen so viel, dass wir ganz vergessen uns Zeit für uns einzuplanen. Dabei brauchen wir uns dafür überhaupt nicht schlecht fühlen. Für uns selbst zu sorgen ist wichtig! Wenn wir entspannen können und Dinge tun, die wir gern tun, dann sind wir für andere auch gleich viel angenehmer zu ertragen.

Dabei glaube ich nicht an Time Management. Man kann Zeit nicht verwalten. Sie vergeht! Egal, was wir tun. Das einizige, was ich „managen“ kann, ist mich selbst, meine Einstellung zur Zeit und wie ich sie verbringe.

Meine 3 unschlagbaren Tipps für mehr Zeit für mich

 

1. Lerne Nein zu sagen

Gerade uns Frauen fällt es oft schwer Nein zusagen.

Beispiel aus meinem Leben: Eine Freundin fragt, ob wir nicht mal eben eine Runde telefonieren können. Aber eigentlich habe ich gerade gar keine Zeit und möchte diese eine Aufgabe unbedingt fertig bekommen. Lange Zeit habe ich so ein Telefonat oder andere Bitten einfach eingeschoben. Schließlich kann ich wenigstens von zu Hause arbeiten und bin mein eigener Boss. Doch gerade das macht es so schwierig. Auch ich muss mir meine Zeit gut einteilen und habe meine produktiven Phasen bzw. Bedürfnisse. Oft habe ich mich selbst zurückgestellt, um allen anderen zu gefallen und ihnen zu helfen.

 

Das einizige, was ich „managen“ kann, ist mich selbst, meine Einstellung zur Zeit und wie ich sie verbringe.

Nein sagen ist eine Bereicherung in meinem Leben und hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern damit, dass ich besser mit meiner Energie haushalten kann. Ich schlage meistens Alternativen vor, die mir besser passen. So habe ich für mich feste Arbeitszeiten aufgestellt und ein Telefonat mit der Freundin ist, wie bei jedem anderen Beruf, nach 17:00 drin.

 

 2. Um Hilfe bitten

Etwas was mir bis vor kurzem noch extrem schwer fiel. Ich wurde so oft enttäuscht und dachte, dass ich es lieber alles allein mache oder wollte niemand anderen belasten. Anstatt dessen habe ich mir die Welt auf die Schultern geladen und mich in Grund und Boden gewirtschaftet. Ich fühlte mich allein mit all den Aufgaben und Problemen. Aber ich hatte auch nie um Hilfe gebeten. Anstatt meinen Freund zu bitten das Bad zu putzen, hab ich es lieber selbst irgendwie eingeschoben, damit ich einem Streit entgehen kann bzw. die leidige Aufgabe nicht auf ihn abschiebe.

Anstatt um Hilfe wegen Reparaturen zu fragen, hab ich es rausgeschoben und ertrank dann irgendwann an meinem schlechten Gewissen und meiner „Faulheit“.

Heute weiß ich, dass ich um Hilfe bitten darf. Es ist okay. Es ist kein Zeichen von Schwäche. Im Gegenteil, es ist ein Zeichen von Stärke und Selbstverantwortung.

Heute weiß ich auch wie ich frage, damit ich am Ende nicht enttäuscht bin oder einen Streit heraufbeschwöre. Erkläre ich meinem Freund nämlich, wie es mir momentan geht und frage ihn liebevoll, ob er mir das Badputzen abnehmen könnte, macht er das auch. Klar, er wird immer noch nicht vor Freude in die Luft springen, aber er ist auch nicht mehr angenervt. In der Art und Weise, wie ich früher an die Sache rangegangen bin (Die nervige Freundin, die ihrem Freund vorschlägt doch auch mal was „nützliches“ im Haushalt zu tun) kam selten etwas Gutes bei raus und war ziemlich unfair formuliert.

3. Weg mit dem Fernseher

Mein sicherlich wichtigster Tipp! Seit ich 2013 nach Australien aufgebrochen bin, anschließend nach Norwegen und dann zu Hause feststellte, dass meine Satellitenschüssel nicht mehr funktionierte, hatte ich wenig Mühe zu sagen: Brauch ich nicht zu reparieren!

Mehr Zeit fur mich

Ein Jahr im Ausland ohne Fernsehen hat mir gezeigt, dass ich es überhaupt nicht brauche. Es gibt mir so unglaublich viel Zeit für schönere Dinge. Ich lese, ich yogiere, ich unterhalte mich mit meinem Freund, bilde mich weiter oder arbeite an meinem eigenen Business. So viel Quality Time! Außerdem macht das Rausschmeißen des Fernsehers viel zufriedener. Keine Werbung, keine schwachsinnigen Reality Shows, bei denen ich einfach nur mein Gehirn ausschalten muss. Es gibt so viel besseres. Glaube mir! Und bei all diesen anderen Sachen, die ich anstatt Fernsehen mache, kann ich auch stolz sagen, richtig entspannt zu haben und etwas bewusst für mich getan zu haben.

Netflix -auf mich abgestimmte Filme und Serien ohne Werbung- schau ich trotzdem ab und zu noch gern. 

Was sind deine ultimativen Tipps für mehr Zeit? 

8 comments on “Meine Tipps für mehr Zeit | Teil 2”

  1. Das mit dem Fernseher kann ich nur bestätigen. Was bei mir noch viel ausmacht ist das tatsächlich das Vorkochen bzw kochen von direkt zwei Portionen. Weniger Stress und nach dem Training ist direkt alles fertig.
    Und ich Versuche viele Dinge wirklich sofort zu erledigen, damit im Haus nicht irgendwann das riesen Chaos da ist, was dann zwei Stunden zum Beseitigen braucht.
    Alles Liebe,
    Melli

    • Liebe Melli, das sind super Tipps! Ich koche auch sehr gerne vor bzw. gleich eine große Ladung, damit es für den nächsten Tag auch noch reicht. Ich habe nämlich auch nicht immer Lust ständig zu kochen!

      Das mit dem „Dinge gleich zu erledigen“ muss ich mir definitiv manchmal noch zu Herzen nehmen. Funktioniert nicht immer haha

      Danke für Deine großartigen Tipps!
      Lieben Gruß,
      Julia

  2. Vielen Dank für die tollen Tipps. Es klingt so einfach, aber es braucht trotzdem etwas Mit, sie durchzuziehen. Vor allem die ersten beiden 😊

    In einem Seminar bei einer ganz lieben Vortragenden ist mit ein Satz absolut in Erinnerung geblieben:

    Ein freundliches Nein zu jemand anderen ist ein klares Ja zu dir.

    Das passt grad sehr schön hierher, wie ich finde.

  3. Hallo Julia,

    Toller Beitrag! Eigentlich wissen wir doch alle, was wir falsch machen, oder? TV nutze ich schon lange nur für Nachrichten o.ä., was mir immer wieder zu schaffen macht ist mein Messenger…ständig schau ich drauf, ob ich irgendwas verpasst habe und Klaue mir dabei selbst Zeit und vor allem Konzentration!!!

    Liebe Grüße,
    das Lieschen

  4. Eine tolle Liste und so wahr!
    Ich musste viele Jahre berufsbedingt pendeln, hatte dadruch zwar zwei Stunden weniger Zeit am Tag etwas zu erledigen, habe aber schnell gemerkt, dass diese zwei Stunden ganz für mich reserviert waren. Ich hatte viel Zeit nachzudenken und habe gemerkt, wie gut das tut. Nein sagen, und nach Hilfe zu bitten ist seit dem kein Problem mehr für mich. Auch die Sache mit dem Fernseher kann ich nur bestätigen. Mein Freund hat zwar bei seinem Umzug einen Fernseher mitgebracht, doch ist Fernsehen für mich keine alltägliche Sache. Meist ist es ein kleines Event gemeinsam Tatort oder einen besonderen Film zu schauen. Dann werden Freunde zum Kochen und Essen eingeladen, es wird gequatscht und nach dem Film das gesehene ausgewertet. Eine tolle Zusammenstellung, die du da getroffen hast!

    • Das hört sich ganz toll an, aus einem Film oder eine Serie eine Art Ritual zu machen. So wird das „Fernsehen“ eher zu etwas Besonderen, als zu etwas Alltäglichen, was man macht, um auf Durchzug zu schalten. Das ist wirklich eine sehr tolle Idee! Besonders dazu noch Freunde einzuladen. Vielen Dank für diese schöne Inspiration!

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