PCOS hat viele Gesichter. Viele Frauen, die unter dieser Hormonstörung leiden, plagen sich teilweise mit vielen unterschiedlichen Symptomen. Eines dieser Symptome kann vermehrter Haarwuchs sein, auch Hirsutism genannt. Dabei zeigt sich der Haarwuchs vermehrt an Stellen, wo es für Frauen nicht üblich ist, z.B. im Gesicht.

Andere Symptome, wie Unfruchtbarkeit sind ohne Frage auch schmerzlich, bleiben aber versteckt und zeigen sich nur, wenn wir unseren Mitmenschen davon erzählen. Andere Symptome sind da schon sichtbarer, lassen sich nicht so gut „verstecken“ und kommen noch auf die Unfruchtbarkeit oben drauf. Diese sichtbaren Symptome sind meist Übergewicht, schlechte Haut und eben vor allem auch vermehrter Haarwuchs.

Stilles Leiden – Vermehrter Haarwuchs

Hirsutism - Vermehrter HaarwuchsAuch wenn ich mittlerweile den Trend beobachtet habe -dem sich doch vereinzelt Frauen anschließen- einfach alle Körperhaare wachsen zu lassen und damit voller Stolz die kurzen Hosen zur Schau zu stellen, bleibt es für viele andere ein sehr unangenehmes Thema. Besonders dann, wenn man zu dunklen Haaren neigt. Wie sehr würde man sich dann die feinen blonden Härchen der besten Freundin wünschen!

Viele andere könnten sich mit dem vermehrten Haarwuchs von dunklen Haaren nicht unweiblicher fühlen. Teilweise geben wir Unmengen an Geld aus, um diese haarige Angelegenheit in den Griff zu bekommen. Haare können dann zu einem sehr leidliches Thema werden.

 

Doch was verursacht überhaupt den vermehrten Haarwuchs – Hirsutism?

Brechen wir das Thema mal genauer auf, damit wir den Hintergrund verstehen, um das Problem dann an der Wurzel packen zu können.

Wir wissen, dass PCOS eine Hormonstörung mit vielen sichtbaren und weniger sichtbaren Konsequenzen ist. Das Hauptproblem bei PCOS sind die erhöhten Werte von Androgenen. Androgene sind die „männlichen“ Sexualhormone. Das kann unter anderem Testosteron sein. Diese vermehrten männlichen Hormone im weiblichen Körper sorgen für Zysten an den Eierstöcken, hormonelle Akne, aber eben auch für eine männertypische Körperbehaarung, was auch einen Haarausfall zur Folge haben kann.

Es scheint, dass Androgene eine wichtige Rolle in der Wachstumsphase der Haare zu geschrieben wird bzw. dass es die Wachstumsphase anregt und auch zu größeren Haarfollikeln führt. Bedeutet, es verursacht, dass das Haar vom Vellushaar (sehr feine Härchen) zum Terminalhaar (kräftiges, vollpigmentiertes und vollausgebildetes Haar) ausreift. Wo vorher feine kaum sichtbare Härchen waren, können nun dicke dunklere Haare sichtbar werden {1}.

Wenn wir also das Problem den erhöhten männlichen Hormone in unserm Körper angehen, können wir theoretisch auch auf langer Sicht unser Haarproblem in den Griff bekommen. Wichtig dabei ist -neben anderen Veränderungen im Lebenstil- die Ernährung zu ändern. Bei vielen Frauen ist eine Insulinresistenz (Insulin = „Zuckerhormon“) das Hauptproblem, da dieses Hormon auf die Eierstöcke wirkt, welche dann mehr männlich Hormone produziert. Hier sei aber gesagt, dass Insulin nicht immer der Hauptfaktor bei PCOS sein muss, daher sind andere Veränderungen im Lebensstil erforderlich, die über die Ernährung hinaus gehen. Dazu aber ein anderes Mal mehr.

Hirsutism und PCOS

 

Was kann die Medizin tun?

Aus medizinischer Sicht gibt es einige Medikamente, die gegen Hirsutism wirken können. Beispiele hierfür sind:

Antiandrogene – Sie hemmen die Wirkung der männlichen Hormone, da sie sich an Androgenrezeptoren im Körper binden und so dem überschüssigen Androgenen im Körper den Weg zu diesen Rezeptoren versperren. So können die männlichen Sexualhormone nicht vermehrt im Körper wirken, weil ihre Andockstation blockiert ist {2}. 

Medikament, die die Produktion von Androgenen unterdrücken – Das bekannteste Medikament ist hier wohl die „Pille“. Aber auch Metformin kann hier eingesetzt werden. Diese Medikamente wirken teilweise direkt auf die Geschlechtsorgane und können somit die Produktion von den männlichen Hormonen verringern.

Bis eine deutliche Verminderung des Haarwachstums zu verzeichnen ist, können allerdings sechs Monate vergehen. Es sei auch gesagt, dass das Einnehmen dieser Medikamente nicht das Problem an der Wurzel packt, sondern lediglich das Problem im Körper unterdrückt. Daher werden die Haare auch wieder vermehrt wachsen, sobald man eines dieser Medikament wieder absetzt!

 

Andere Methoden Hirsutism in den Griff zu bekommen

Es gibt natürlich viele und allbekannte Methoden die vermehrten Haare anzugehen. Dazu wird es bald einen weiteren Artikel geben, wo ich auch auf natürliche Alternativen eingehen werde.

Ich bin fest davon überzeugt, dass man PCOS über die Ernährung und Veränderungen im Lebensstil eindämmen kann. Ich habe es geschafft. Du kannst das auch! Lass mich Dir in meinem individuellen Coaching Programm helfen Dein Leben wieder die eigenen Hände zu nehmen.

1 comment on “Eine haarige Angelegenheit – Hirsutism bei PCOS”

  1. Hallo Julia,
    ein wirklich super informativer Artikel, ich leide selbst unter dem Problem und bin ständig auf der Suche nach Verbesserung. Den Weg über die Ernährung zu gehen finde ich sehr interessant, damit werde ich mich näher befassen.

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