Adaptogene Heilpflanzen gegen StressAdaptogene sind in aller Munde. Sie sind die neusten Super-Foods, werden aber schon seit vielen Jahrhunderten auch medizinisch eingesetzt. Hannah von Projekt: Gesund Leben hat einen wundervollen Artikel über Adaptogene geschrieben und beschreibt sie als Heilpflanzen der Traditionellen Chinesischen Medizin sowie Ayurvedas. Auch wenn das so stimmt, sind diese Pflanzen(-auszüge) nicht nur im TCM oder Ayurveda präsent. Auch in Europa oder auf dem amerikanischen Kontinent kommen Adaptogene zum Einsatz. In der Naturheilkunde sind diese kein Fremdwort.

 

Adaptogene: Die Anpassung des Körper an Stress verbessern

Die wichtigste Aufgabe der Adaptogene steckt im Namen selbst. Das englische Wort „to adapt“ (aus dem Lateinischen „adaptere“) was übersetzt „anpassen“ bedeutet, lässt vermuten, dass uns diese Heilpflanzen helfen sollen uns anzupassen. Sie haben sich in Stresssituationen bewährt, welche viel Energie von uns fordern, uns erschöpfen und uns schneller altern lassen.

Es gibt viele verschiede Adaptogene aus unterschiedlichen Gegenden der Erde. Sie wirken allerdings nicht alle gleich, denn sie gedeihen in unterschiedlichen Bedingungen. Oft sind es sehr robuste Pflanzen, die selbst vielen Stressoren aus der Umwelt standhalten können. Diese Qualitäten unterstützen uns mit den Stressoren unseres Lebens.

 

Adaptogene helfen bei:
  • Chronischen Stress
  • Erschöpfung
  • der Leistungssteigerung und Regeneration von Sportlern
  • der Steigerung von Konzentration

 

Nicht alle Adaptogene wirken gleich

Das besondere an Adaptogenen ist, dass sie ganzheitlich wirken. Das bedeutet, dass sie nicht nur auf ein bestimmtes Organ, sondern auf den ganzen Körper wirken. Manche Adaptogene helfen uns bei Stress in dem sie uns leistungsfähiger machen, andere helfen uns bei Stress etwas ruhiger zu bleiben und besser zu schlafen. Daher ist es wichtig die Wirkung der verschiedenen Adaptogene zu kennen.

Mir ist es schon passiert, dass ich ein Adaptogen (Rhodiola) am Nachmittag genommen habe, und dann ziemlich aufgedreht war und ganz ungewohnter Weise sehr zappelig im Yin Yoga zu entspannen versuchte.

Auch wenn man Naturheilkunde oder allgemein den Einsatz von Heilpflanzen als eher harmlos einschätzt, sollte man beim Einsatz und der Dosierung Acht geben. Nicht alle Adaptogene wirken gleich und bei jeder Person anders.

gegen Stress

Die bekanntesten Adaptogene

 

Panax Ginseng (Koreanischer Ginseng):

Wurde in meinen Studium in Melbourne sehr oft genannt und ist ein sehr kraftvolles Adaptogen, welches in vielen Bereichen eingesetzt wird. Es wurde in Studien nachgewiesen, dass es Anti-Stress Eigenschaften besitzt und die Gedächtnisleistung erhöht -sogar in Alzheimer-Patienten. Allgemein steigert es das Wohlbefinden.

In einer Studie mit Mäusen wurde nachgewiesen, dass sich Ginseng positiv auf den Blutzuckerspiegel und Körpergewicht auswirkt. Eine Studie ergab sogar, dass Panax Ginseng mit gleichzeitiger Einnahme von Metformin eine sehr positive hormonelle Auswirkung auf die Hormonstörung PCOS hat. 

 

Ashwaganda (Indischer Ginseng):

Ashwaganda ist eine berühmte Heilpflanze aus dem Ayurveda und wurde traditionell zur Stärkung des Immunsystems nach einer Krankheit eingesetzt. Es wird auch als Indischer Ginseng bezeichnet, da auch Ashwanganda Stress reduzieren kann und es eigentlich deswegen auf der ganzen Welt gefeiert wird. Es senkt nachweislich die Ausschüttung von Cortisol und macht uns so widerstandsfähiger bei emotionalen, psychischen und körperlichen Stress. Gleichzeitig wurde nachgewiesen, dass Ashwaganda in Verbindung mit beruhigenden Atemtechniken und einer Ernährungsumstellung Angstzustände senken kann. So könnte die Einnahme von Ashwanganda auch positive Auswirkungen bei einer Depression haben. Außerdem soll sich Ashwanganda vorteilhaft auf die Schildrüsenfunktion auswirken -sowohl auf eine Über- als auch auf eine Unterfunktion.

Reishi:

Ein wahrer Wunderpilz ist der Heilpilz Reishi, welcher auch als Pilz der Unsterblichkeit angesehen wird. Seit Februar nehme ich ihn täglich in meinem Löwenzahnwurzeltee zu mir. Heilpilze an sich sind wahre Powerpflanzen und mit die ältesten Arzneimittel. Er wächst auch bei uns, ist allerdings kein Speisepilz, da er sehr hart und bitter ist. Aber ganz darin liegt seine Macht.

Lowenzahnwurzeltee mit Reishi

Es wurde nachgewiesen, dass Reishi entzündungshemmend wirkt und unsere Zellen vor oxidativen Stress schützt. Das allein verlangsamt das Altern. Das besondere an Reishi ist, dass er das Immunsystem aktiviert oder runterfährt, ganz wie es Dein Körper braucht. Allgemein kann man aber sagen, dass unser Immunsystem durch ihn gestärkt wird.


Da es ebenfalls Histamin im Körper reduziert, kann eine langfristig Einnahme Allergien mildern. Da dieser Pilz extrem bitter schmeckt (aber richtig!) unterstützt er die Leber (beim Entgiften des Körper) und unsere Nieren. Für Frauen mit PCOS, Akne und Hirsutismus ist dieses Heilmittel ebenfalls sehr interessant. Es blockiert ein Enzym, welches Testosteron in die hochaktive Form Dihydrotestosteron umwandelt. Daher kann es helfen hormonelle Akne zu reduzieren, sowie vermehrten Haarwuchs und Haarausfall über längere Einnahme mildern.

Da Reishi ein eher mildes Adoptogen ist, wirkt es nur über eine längere Einnahme.

Adaptogene

 

Astragalus:

Wurde seit langem im TCM angewandt. Es wirkt entzündungshemmend, stärkt das Immunsystems und wirkt antioxidativ. Natürlich soll Astragalus auch die Stressresistenz erhöhen. Dabei hat es eher eine anregende Wirkung.

 

Rhodiola (Rosenwurz):

Das ist eine Heilpflanze, die enorm viel Energie gibt. Sie wächst in sehr kalten Gebieten und wurde sowohl im TCM, aber auch von den Wikingern verwendet. In Russland hat es diesen Adaptogen ebenfalls eine lange Geschichte. Es steigert das Energielevel und die körperliche Leistungsfähigkeit. Es unterstützt den Körper in der Regeneration und soll die Ausdauer verbessern. Das nicht genug, es soll sogar dabei helfen Körperfett zu reduzieren. Trotz Rhodiola’s Eigenschaft Energie zu liefern, soll es auch das Stresshormon Cortisol senken.

Da Rhodiola wirklich viel Energie liefern kann, sollte es nicht am Nachmittag oder Abend genommen werden. Ich schreibe hier aus persönlicher Erfahrung. Es puscht auf. Am besten nimmst Du es am Morgen und paarst es nicht mit koffeinhaltigen Getränken. Diese können die Wirkung von Rhodiolia verstärken.

 

Süßholz:

Diese Heilpflanze ist der Hauptbestandteil vom gehassten oder geliebten (je nach dem auf welcher Seite Du bist) Lakritz. Es wird sehr gern in Tees verarbeitet, da es von Natur aus sehr süß ist. Doch es zählt auch zu den Adaptogenen. Süßholz kann die Energie sowie die Ausdauer steigern. Es kann Stress puffern, da es Hormone reguliert -auch Cortisol und Adrogene, wie Testosteron. 

Man sollte jedoch Acht geben. Süßholz senkt den Blutdruck und ist für Menschen mit niedrigen Blutdruck eher ungeeignet. Auch kann es zu einer Reduktion von Kalium kommen, was den Mineralhaushalt des Körper extrem stören kann.

 

Maca:

Auch Maca wird als Adaptogen eingestuft. Es stammt aus Peru und ist eine Wurzel, die der Pastinake sehr ähnlich ist. Maca gibt Energie und erhöht die Ausdauer. Da es uns Positivität verleiht, kann auch die Stimmung davon profitieren.

Laut einer Studie soll Maca sogar Depressionen sowie Blutdruck in Frauen senken. Für uns Frauen kann es noch weitere Vorteile haben. Es hilft Hormone zu regulieren und die Libido zu steigern, was auch für Frauen mit PCOS von Vorteil sein kann. Maca gehört daher in meine Smoothies.

 

Mich interessiert sehr, ob ihr schon von Adaptogenen gehört oder sie sogar ausprobiert habt. Schreibt es mit gern in Die Kommentare! 🙂

5 comments on “Adaptogene – Heilpflanzen gegen Stress”

  1. Hallo Julia,
    im Bezug auf Adaptogene habe ich bisher nur von der Taigawurzel gehört. Da ich Hashimoto (eine Autoimmunkrankheit) habe und die Wurzel besonders das Immunsystem stimuliert, habe ich sie nicht ausprobiert.
    Bei deiner Aufzählung hat besonders der Reishi mein Interesse geweckt. Laut meiner kurzen Google-Suche dazu haben auch Hashis gute Erfahrungen damit gemacht.
    Welches Reishi-Präparat und wieviel davon nimmst du persönlich?
    Liebe Grüße

    • Hallo, da hast Du recht. Bei Autoimmunkrankheiten sollten man nichts nehmen, was das Immunsystem zusätzlich stimuliert und anregt. Bei Adaptogenen und Heilpilzen sollte man wirklich auf die Qualität achten. Ich hatte ein tolles Produkt aus Australien von teelixir. Hier habe ich täglich einen halben Teelöffel genommen. Wichtig ist, dass man Heilpilze nicht roh gemahlen zu sich nimmt, wie es leider häufig vorkommt, sondern als Extrakt. Auch von 4 Sigmatic habe ich viel gutes gehört und die Qualität soll sehr stimmen. Probiert habe ich diese Marke allerdings noch nicht.

      • Vielen Dank für die Links!!! Das Produkt von teelixir werde ich ausprobieren. Nimmst du kein Reishi-Extrakt mehr? Falls ja, warum? Oder hab ich das falsch verstanden?

        • Sehr Sehr gerne 🙂 Momentan nehme ich tatsächlich kein Reishi. Einfach aus dem Grund, weil ich momentan noch so viele anderen Vitamine und Mineralien nehme (das kannst Du etwas in meinem Post zu der Haarmineralanalyse nachlesen). Da denke ich gerade schon an so vieles, was ich einnehmen soll, dass ich mir das Reishipulver einfach noch nicht nachbestellt habe. Aber wenn die Einnahme der anderen Dinge beendet ist, kommt auch bei mir wieder Reishi zum Einsatz.

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