Ich habe ja nun schon einige Jahre mit PCOS auf dem Buckel. Ich habe so einiges ausprobiert und falsch gemacht. Auch an Euren Nachrichten sehe ich, dass viele in die gleichen Fallen tappen. Das muss nicht sein. Ich habe Dir heute die fünf häufigsten Fehler bei PCOS aufgeschrieben, damit Du sie nicht auch machst.

5 häufige Fehler bei PCOS

5 Fehler bei PCOS

 

1. Es werden die Symptome behandelt, nicht das PCOS

Ganz oft, wenn wir an eine Krankheit denken, denken wir lediglich an die Symptome und wie nervig diese sind. Dementsprechend konzentrieren wir uns auch oft nur auf die Behandlung der Symptome. Aus diesem Grund habe ich mich damals wieder auf die Pille eingelassen oder Metformin ausprobiert. Beides dieser Dinge hat die Symptome, die mit PCOS kamen, super bekämpft. Das eigentliche Problem allerdings blieb: Die tiefliegende Hormonstörung PCOS.

 

Eine tiefe Wunde kann nicht heilen, in dem wir ein kleines Pflaster draufkleben.

 

 Wir können die Wunde vielleicht nicht mehr sehen, aber ganz tief drin schlummert sie noch und dehnt sich ganz wahrscheinlich sogar noch aus.

Die Pille oder Metformin (aber auch alternative Dinge, die sich nur auf ein Symptom konzentrieren) lösen nicht Deine Probleme. Viel schlimmer! Die eigentliche Krankheit kann ganz unbemerkt weiter wüten und sich ausbreiten. Vielleicht sind heute nur Deine Geschlechtshormone betroffen. In einem Jahr merkst Du es vielleicht schon an Deiner Schilddrüse (alle Hormone sind mit einander verbunden!) oder die Insulinresistenz wird zum Diabetes.

Übernimm als erstes Verantwortung und bring Deine Hormone ins Gleichgewicht! Packst Du das Problem an der Wurzel, werden sich auch die Symptome langsam in Luft auflösen. Wie Du das schaffen kannst? Im persönlichen Coaching zeige ich es Dir.

 

2. Kohlenhydrate werden als Feind angesehen

„Kohlenhydrate sind der Feind!“ Das kann ich so nicht unterschreiben. In meinen -über acht- Jahren mit der Diagnose PCOS, habe ich besonders nach dem Absetzen der Pille massiv auf Kohlenhydrate verzichtet und mich sogar an die ketogene Ernährung gewagt. Sicherlich habe ich damals einiges falsch gemacht (z.B. fleißig viel trainiert) und für mich so viel mehr Schaden angerichtet. Ich hab einige Zeit gebraucht, um mich körperlich (und mental) von diesem Dilemma zu erholen.



Es wird einem überall erzählt, bei PCOS auf Kohlenhydrate (KH) zu verzichten und auch wenn ich spürte, dass es sich für mich nicht richtig anfühlte, machte ich noch ein bisschen weiter. Heute weiß ich, dass nicht jedes PCOS gleich istUnd einige Frauen mit PCOS definitiv mehr Kohlenhydrate brauchen als andere. Der massive Verzicht auf KH (oder noch schlimmer der Verzicht, der in Heißhungerattacken mündet) kann solch einen enormen Stress auf den Körper ausüben, dass das PCOS eher schlimmer, als besser wird. Lies mehr dazu in meinem Artikel „Warum Frauen Kohlenhydrate brauchen“.

 

In der Regel gilt, dass Frauen mit Insulinresistenz die Kohlenhydrate eher runterschrauben sollten (ein kompletter Verzicht ist aber nicht notwendig) und schlanke Frauen ohne Insulinresistenz sollten ausreichend Kohlenhydrate essen.

 

Die Kohlenhydratquelle spielt dabei eine wichtige Rolle. Ich empfehle natürliche KH, wie Kartoffeln, Süßkartoffeln, Karotten, Haferflocken, Rote Bete, Kürbis und Quinoa. Noch viel wichtiger ist allerdings grünes Gemüse!

 

3. Stress wird unterbewertet

Beim Managen von Polyzistischen Ovariar-Syndrom konzentrieren wir uns krampfhaft auf die Ernährung und Bewegung. Auch ich war an diesem Punkt. Auch wenn diese Dinge sehr wichtig sind, ist es ein häufig ein gaaaanz großer Fehler bei PCOS sich nur auf diese zu konzentrieren. Ein Knackpunkt in meiner Genesung war die Einsicht, dass Stress eine noch größere Rolle in meiner Hormonstörung spielt, als ich annahm.

Viele ignorieren diesen Rat. Sie fühlen sich nicht gestresst. Doch lass Dir sagen, dass Stress in vier verschiedenen Formen kommen kann:

 

  • Durch die Ernährung – Das kann mit dem Blutzuckerspiegel und Insulin zusammenhängen. Eine ständiges Auf und Ab des Blutzuckerspiegels stresst den Körper. Ein massiver Verzicht auf Kohlenhydrate stresst den Körper. Ein zu viel an Kohlenhydraten stresst den Körper. Ein geschädigter Darm und Dysbiose stresst den Körper. Nahrungsmittelintoleranzen (z.B. Gluten und Milchprodukte) stressen den Körper. Aus diesem Grund ist gesunde Ernährung ein wichtiger Bestandteil beim Managen von PCOS.

 

  • Physisch – Zu wenig Bewegung stresst den Körper. Einerseits, weil überschüssige Energie nicht verwendet wird und so in Fett gespeichert wird. Anderseits, weil wir zu viel sitzen und nicht genügend frischen Luft bekommen. Unser Körper möchte sich bewegen. Ein 30-minütiger Spaziergang sollte jeden Tag drin sein.

Doch auch zu viel Bewegung kann Stress für den Körper bedeuten. Oft sind es auch Frauen, die früher in der Leichtathletik waren oder heute mehrmals die Woche zum Crossfit gehen, die PCOS entwickeln. Bewegung in solch einer Intensität ist nicht immer gut für das weibliche System. Das Bewegungspensum runterfahren ist hier der Schlüssel, auch wenn es schwerfällt. Mir hat es enorm geholfen, meine Periode wieder regelmäßig zu bekommen. Mehr zum Thema Training bei PCOS liest Du hier.

 

  • Emotionaler Stress – Der Tod meines Vaters, als ich 18 Jahre war, hat enormen emotionalen Stress auf mich ausgeübt. Aber auch schon die Trennung meiner Eltern, als ich zwölf war, war so schwierig für mich. Ich war etwas verloren, zog mich zurück und war so traurig, dass ich es gar nicht in Worte packen kann und auch damals nicht konnte. Meine Emotionen haben mich innerlich zerfressen.

Trauma und andere emotionale Erfahrungen können Krankheiten auslösen und das Immunsystem schwächen. Bevor mein Papa tödlich verunglückte, war ich praktisch nie krank. Danach? Mehrmals im Jahr und immer richtig krass.  Unsere emotionale Gesundheit spielt eine Rolle! Die Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen ist daher so wichtig bei PCOS, denn auf Dauer ist es ein enormer Stressor für den Körper und schwächt ihn.

 

  • Mentaler Stress – Machst Du Dir viele Sorgen und Gedanken? Hast Du Angst bestimmte Erwartungen nicht erfüllen zu können? Versuchst Du gerade schwanger zu werden? Glaubst Du, dass Du bestimmte Dinge nie schaffen wirst? Oder machst Du Dir z.B. ständig Gedanken um Deine Ernährung, weil Du darin das Allheilmittel für PCOS siehst? Du bist nicht allein. Wir machen uns alle viel zu viele Sorgen. Und genau diese Sorgen und Gedanken kreieren Stress auf einer Ebene, die wir uns schwer vorstellen können. Aus diesem Grund empfehle ich Achtsamkeitsübungen, Yoga, Meditation und die persönliche Weiterentwicklung. Schau doch mal beim Podcast von Laura Malina Seiler vorbei oder lies ihr Buch Mögest Du glücklich sein*. Sie hat so unglaublich wertvolle Tipps für Deine mentale Gesundheit.

4 Ebenen von Stress

 

4. Annahme, dass ein Nahrungsergänzungsmittel die Lösung ist

Ich finde Nahrungsergänzungsmittel toll, wenn sie richtig eingesetzt werden. Auch ich nehme heute noch welche (z.B. Vitamin B6 und Magnesium). Doch bin ich mir bewusst, dass diese nicht die Lösung sind.

Letztendlich möchte ich, dass mein Körper alleine in der Lage ist Hormone im Gleichgewicht zu halten. Das bedeutet aber nicht, dass ich alle Verantwortung abgebe und so weiterlebe, wie bisher.

Kein Nahrungsergänzungsmittel wird Deine Hormone richten können.

Es braucht die Anpassung des Lebensstils, um dauerhafte Erfolge zu erzielen, die nicht nur gesund machen, sondern auch glücklich.

Viele meiner Coaching Klienten gewinnen mit einer Umstellung ihres Ernährungs- und Lebensstils so viel Selbstbewusstsein und können kaum glauben, wie viel sie eigentlich in ihrer eigenen Hand haben. Du machst die Arbeit, die notwendig ist Deine Hormone ins Lot zu bringen. Nahrungsergänzungsmittel unterstützen, aber sie werden nie die alleinige Erfolgsformel sein. 

 

5. Zu viel, zu früh

Ein so häufiger Fehler bei PCOS, den viele Frauen machen, ist das Ändern von zu vielen Dingen auf einmal. Die Ernährung umstellen, auf Kohlenhydrate verzichten und richtig viel Sport machen. Schnell fühlen wir uns ausgebrannt, überrannt, sehen keine Erfolge und schmeißen das Handtuch hin.

Ich habe es Stück für Stück gemacht. Noch bevor ich die Pille absetzte, stellte ich meine Ernährung nach Clean Eating um. Ich fing mit dem Krafttraining an. Erst später stellte ich fest, was Milchprodukte mit meinem Körper machen und ließ es weg. Später las ich über Gluten, probierte aus für 30 Tage darauf zu verzichten und auch dies war ein massives Sprungbrett in Richtung Gesundheit. Danach sollte folgen, dass ich feststellte, dass ich zu viel trainierte und ich konzentrierte mich auf Yoga. Ich stieg in die Persönlichkeitsentwicklung ein usw.

All dies passierte in einem Zeitraum von Jahren. Doch so lange muss es für Dich gar nicht dauern. Ich habe meine Schritte abgekürzt und stelle sie Dir in meinem Coaching vor. Heute kannst Du so schon in sechs Monaten lernen, wofür ich Jahre brauchte, damit Du nicht die gleichen Fehler bei PCOS machst. Alle zwei Wochen bekommst Du neue Aktionsschritte, die Dich Deinem Ziel näherbringen. Zwei Wochen sind nicht zu lang und nicht zu kurz. In diesem zwei Wochen kannst Du Dich voll und ganz auf ein bis drei Dinge konzentrieren. So wirst Du nicht überwältigt und zerteilst das große Ziel in machbare Einzelschritte, die auf Dich passen. Du lernst, was Dir gut tut und was Dein Körper braucht.

Das möchtest Du auch? Dann schreibe mir eine Mail an coaching@sweatlavender.de und frage noch heute einen Termin für Dein kostenloses Erstgespräch an.

 

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